Verleumdung in Online-Forum hat Nachspiel vor Gericht

Die vermeintliche Anonymität im Internet schützt nicht vor strafrechtlicher Verfolgung.
Die vermeintliche Anonymität im Internet schützt nicht vor strafrechtlicher Verfolgung. ©VOL.AT
Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, zeigt ein Fall am Landesgericht: Eine Nutzerin bezichtigte den Bediensteten eines Wohnungsamtes öffentlich der Bestechlichkeit. Dafür setzte es eine - nicht rechtskräftige - Geldstrafe.

Die 28-Jährige suchte eine Wohnung und der zuständige Bedienstete erklärte ihr, dass es Sinn mache, auf eine Kaution zu sparen. Damit man diese – wenn man auf der Warteliste zum Zug komme – auch bezahlen könne.

Öffentlich Bestechlichkeit unterstellt

Die junge Frau unterstellte dem Mann daraufhin Bestechlichkeit und postete diese falsche Beschuldigung auch noch im Internet. Dabei nannte sie den Bediensteten mit Namen.

“Schutz durch die Justiz”

Richter Peter Mück lehnte eine Diversion, also eine Regelung ohne Vorstrafe, ab. „In diesen Netzwerken glauben Menschen unter dem Deckmantel der Anonymität jeden beschimpfen und verunglimpfen zu können“, so die Begründung. Deshalb müsse die Justiz hier zumindest ein Minimum an Schutz bieten, so der Richter sinngemäß.

Es gehe nicht an, dass Unschuldigen in Kommentaren Verbrechen unterstellt werden, somit führe an einer Verurteilung wegen Verleumdung kein Weg vorbei. Die Strafe: 3600 Euro, die Hälfte davon auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (Christiane Eckert/VOL.AT)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Verleumdung in Online-Forum hat Nachspiel vor Gericht
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen