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Verletzungen sind Chancen

Martin Hämmerle mit seinem Schützling, der Liechtensteiner Weltcup- Läuferin Tina Weirather. Sie hatte bereits vier Kreuzbandrisse.
Martin Hämmerle mit seinem Schützling, der Liechtensteiner Weltcup- Läuferin Tina Weirather. Sie hatte bereits vier Kreuzbandrisse. ©VB
Dornbirn (VN) - Martin Hämmerle half Tina Weirather zurück in den Skizirkus – auf den richtigen Weg, wie ihr Erfolg zeigt.

Was derzeit passiert, erfüllt ihn mit Stolz, sagt Martin Hämmerle (28). Er ist Physiotherapeut beim Sportservice Vorarlberg. Einer seiner Schützlinge steht derzeit besonders in der Auslage. Das Liechtensteiner Weltcup-Ass Tina Weirather liegt auf dem zweiten Platz der Abfahrtswertung. Fuhr in St. Moritz bereits das zweite Mal in dieser Saison auf das Podest. Rückblende: Weirather kam nach ihrem vierten Kreuzbandriss 2010 auf Empfehlung von Sportpsychologe Christian Uhl zu Hämmerle in die Therapie. „Dann haben wir auf eine Art therapiert und trainiert, wie es Tina zuvor noch nie gemacht hat. Wir haben ein ganzheitliches Training gestartet“, sagt er. Doch zuerst hatte der 28-Jährige eine unangenehme Aufgabe. „Ich musste ihr sagen, dass sie ein Jahr lang gar nicht ans Skifahren denken soll. Das war für sie und ihr Umfeld ein Schock.“
Solche Botschaften zu überbringen, das gehört eben auch zu den Aufgaben eines Physiotherapeuten. „Die Sportler müssen das Vertrauen haben, eine Verletzung als Chance zu sehen.“ Und wie Weirather damit umgegangen sei, meint er, das könne Vorbild für alle Sportler werden.

Neues Trainingsprogramm

Beim Sportservice habe er seinen absoluten Traumjob gefunden, erzählt Hämmerle, und lehnt sich in seinen Stuhl in seinem Arbeitszimmer im zweiten Stock des Neubaus der Landessportschule Dornbirn zurück. Durch die Zusammenarbeit mit den Athleten und den Trainern sei man auch in die Trainingsoptimierung involviert. Diesbezüglich haben er und seine Kollegen ein neues Programm namens Physio-Fitness aufgestellt. In diesem wird versucht, die Wissensbereiche aus der ­Physiotherapie, der Sportwissenschaft und der Sportmedizin zu verknüpfen, um so eine ganzheitliche Trainingsgestaltung zu ermöglichen.

Von Kickern bis Bikern

Hämmerle betreut Sportler in allen Sportarten und allen Karrieresituationen. Hilft gesunden Athleten noch mehr aus sich herauszuholen und rekonvaleszenten Athleten zurück zu ihrer vollen Leistungsfähigkeit zu gelangen. Seine Philosophie: „Nicht friss oder stirb, wie in der
ehemaligen DDR, sondern ich will meinen Athleten ganz ­genau erklären, warum man was macht.“ So sei die Toleranz und Akzeptanz um ein Vielfaches höher. Zu seiner Klientel gehören neben den Kaderathleten des Heeressportzentrums unter anderen auch die Kicker des SCR Altach als Kooperationspartner des Sportservice Vorarlberg. Insgesamt sind es an die 25 Sportler, die sich unter den Fittichen Hämmerles befinden.

Ausdauersport als Leidenschaft

Er selbst ist übrigens im Ausdauersport zu Gange. Das Berglaufen und das Mountainbiken haben es ihm angetan. Vergangenes Jahr belegte der 28-Jährige beim Dolomitenmann den 13. Rang unter den Bergläufern in der Profikategorie. Schweren Herzens muss er sich mittlerweile jedoch eingestehen, „bleibt für den Sport immer weniger Zeit. Der Beruf lässt ein Training nicht mehr gezielt, sondern nur noch sporadisch zu“, sagt Hämmerle, der sich einst selbst zum Kader des HSZ zählen durfte. Dort habe er das erste Mal mitbekommen, was es denn heißt, Profisport zu betreiben. „Es hat mich dort schon immer interessiert, wie ich das Training optimieren kann.“

 

Zur Person

Martin Hämmerle
Leiter der sportmedizinischen Abteilung Physiotherapie beim Sportservice
Geboren: 29. Juni 1983
Ausbildung: Studium an der
Physioschule von Thim van der Laan in Landquart
Familie: verlobt
Hobbys: Skitouren, Mountainbiken

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