Verkehrssituation im Ländle: Polizei fordert härtere Strafen gegen Raser

Bregenz - Vorarlberg zählt bereits zu den Bundesländern mit der geringsten Zahl an Verkehrsunfällen und -toten. Bei der Geschwindigkeit und Abstandeinhaltung lassen die Vorarlberger aber zu wünschen übrig.

Allein heuer wurden bereits 14.323 Personen auf Alkohol getestet, 3.400 mehr als vergangenes Jahr. Die gute Nachricht: Die Zahl der alkoholisierten Verkehrsteilnehmer ist leicht geringer als noch 2015, trotz der verstärkten Kontrollen. Die schlechte Nachricht: Dies gilt nicht für alle Deliktbereiche im Straßenverkehr.

385 Geschwindigkeitsübertretungen pro Tag

Wenig Verbesserung zeigt sich bei den Geschwindigkeitsübertretungen. Sowohl bei den – eigentlich meist bekannten – stationären Radaranlagen, wie auch bei den mobilen Kontrollen wurden heuer mehr Fahrzeuge “geblitzt”. Allein in den ersten vier Monaten wurden heuer 36.765 Personen aufgrund Geschwindigkeitsübertretungen gestraft. Spitzenreiter war ein Probeführerscheinbesitzer, der mit 213 statt 110 km/h auf der Autobahn von einer mobilen Zivilstreife erwischt wurde. “Die Strafen sind lästig, aber nicht schmerzhaft”, klagt der Leiter der Verkehrspolizei Rudolf Salzgeber.

Auch beim Abstand gibt es Verbesserungsbedarf. Allein bis Mai wurden 4.930 Beanstandungen angezeigt, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 1.504. Der Grund: Der Schwellenwert wurde im Jänner von 0,5 Sekunden auf 0,8 Sekunden Abstand erhöht, es wird also schneller gestraft. Auch wurden die Kontrollen verstärkt.

Drängeln kann teuer werden

Zu geringer Abstand kann durchaus teuer werden. Bei Abständen von einer bis 0,4 sind bis zu 726 Euro fällig, bei 0,4 bis 0,2 Sekunden (14 bis sieben Meter bei 130) bereits bis zu 2.180 Euro inklusive einer Vormerkung. Bei weniger Abstand ist der Führerschein für mindestens drei Monate weg. Laut einer Statistik der Asfinag ist bei jedem zweiten Unfall ein zu geringer Abstand zumindest Mitursache.

Handy und Drogen: Polizei verstärkt Kontrollen

Das Handy bleibt auch Thema im Auto. Künftig wird die Verwendung des Mobiltelefons abseits von Freisprecheinrichtungen oder der Navigation (mit entsprechender Einrichtung) verboten sein. Salzgeber kündigt an, hier im laufenden Jahr verstärkt kontrollieren zu wollen. Für die Drogenkontrollen wurde inzwischen auch ein Arzt gewonnen, der bei den Kontrollen anwesend ist. Dieser ist notwendig, um eine mögliche Beeinträchtigung festzustellen – der österreichischen Polizei fehlt es an anderen Vortestgeräten.

Polizei gegen Tempo 100 auf A14

Auf der A14 gibt es aus Sicht der Polizei zuviele Unfälle – von Tempo 100 hält Salzgeber jedoch wenig. Dies würde von der Bevölkerung nicht angenommen werden. Sinnvoller wäre aus seiner Sicht die bereits seit 2003 gewünschte elektrische Verkehrsbeeinflussungsanlage, die flexibel auf die Verkehrssituation reagieren könne. Mit ihr könnte die Geschwindigkeit der Situation angepasst werden und Spuren geregelt werden. So ließe sich jeder dritte Unfall auf der Autobahn verhindern, ist der Leiter der Verkehrsabteilung überzeugt. Auch ein Kontrollplatz auf der A14 im Raum Wolfurt steht auf der Wunschliste.

Prävention durch Schulungen

Durch die entsprechende Prävention will die Bundespolizei die Zahl der Verkehrsunfälle so gering wie möglich halten. Im vergangenen Jahren haben 130 Bundes- und Gemeindepolizisten allein an 164 Volksschulen Verkehrserziehung angeboten, insgesamt nahmen 620 Schulklassen teil. Unterstützt wird man dabei von den Automobilclubs und dem Land Vorarlberg. Hinzu kommt die Ausbildung der zahlreichen Eltern- und Schülerlotsen.

Außerdem wird die Mopedausbildung an den Polytechnischen Schulen, Berufsschulen und Lehrlingsbetrieben, sowie Verkehrssicherheitsberatung und Fahrtechniktrainings angeboten.

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