Verkehrsentlastung: Damit es schnell ein wenig besser wird

Bregenz (VN) -  Mit Hochspannung warten Prozessteilnehmer von „Mobil im Rheintal“ sowie zahlreiche Bewohner des Rheintals auf den Dienstag in exakt einer Woche. Dann nämlich wird der Landschafts­ökologe Wolfgang Suske dem Regionalforum darüber berichten, wie hoch das Verfahrensrisiko für die E-neu-Straßenvariante durchs Ried wäre.

Doch ungeachtet des Ringens um eine nachhaltige Lösung des Verkehrsproblems im unteren Rheintal, wird der Ruf nach kurzfristigen Entlastungsmaßnahmen immer lauter. „Bis zum Sommer wollen wir Klarheit darüber haben, was möglich ist“, kündigt Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser an.

 
Drei Punkte

Das Potenzial für kurzfristige Entlastungsmaßnahmen liegt grundsätzlich in drei Bereichen: Bei der Optimierung der Zollabwicklung für grenzquerende Lkw, in der Errichtung einer Abrufanlage und in der Auffächerung des grenzüberschreitenden Schwerverkehrs.

Zollabwicklung: „Es wurden Erhebungen gemacht mit interessanten Erkenntnissen“, sagt Verkehrsplanungs-Prozessleiter Christian Rankl. So sei festgestellt worden, dass an den verkehrsintensivsten Tagen die Fläche beim Zollamt in Lustenau voll belegt sei, während man gleichzeitig das Auer Zollamt nur zu zwei Drittel oder gar nur zur Hälfte mit Lkw zugeparkt vorfinde. „Es muss gelingen, in Wolfurt vorgefertigte Lkw schneller durchzuschleusen.

Der Check des Laufzettels braucht sicher nicht drei Minuten.“ Unter anderem wird die Möglichkeit zur Errichtung von „Hochständen“ geprüft. Von dort könnten Schweizer Zöllner die Lkw praktisch durchwinken. Gefordert wird auch die Anwesenheit von Exekutive, um die Disziplin der Lkw-Fahrer zu kontrollieren. „Denn die“, so Rankl, „stellen ihre Fahrzeuge oft sehr schlecht hin, sodass sehr schnellein Stau entsteht“. Laut Verkehrslandesrat Rüdisser soll auch die Möglichkeit geprüft werden, die Abfertigung beim Güterbahnhof Wolfurt an Hochfrequenz-Tagen um eine Stunde zu erweitern. 

Abruf- bzw. Dosieranlage: Dieses ist ein sehr komplexes Thema. Grund dafür: Zur Grenze nach Lustenau kommen Lkw aus drei Richtungen: vom Norden, vom Süden und vom Osten. Nur an einer Stelle kann es wahrscheinlich eine Abrufanlage geben. Ein weiteres Problem: Wie gelingt eine problemlose und schnelle Unterscheidung von grenzüberschreitenden Schwerfahrzeugen und Lkw, die in Lustenau termingerecht zustellen müssen? Wie kann man Missbrauch verhindern?

Auffächerung: Diesbezüglich sollen alle Möglichkeiten geprüft werden. Immer wieder brachte Karlheinz Rüdisser Mäder ins Spiel. „Mäder bleibt eine Option. Nachdem die Schweizer auf den fehlenden Platz bei ihrem Zollamt verwiesen, wird nun die Möglichkeit geprüft, auf österreichischer Seite die Zollabfertigung abzuwickeln“, berichtet der Verkehrslandesrat. Besonders jene Laster, welche die Schweiz südlich von Lustenau anvisieren, könnten dann auf einem zweiten Korridor bei Mäder die Grenze queren. „Das wären 40 Prozent aller vorgefertigten Lkw von Wolfurt, die täglich in die Schweiz fahren. In Zahlen 80 bis 100 Fahrzeuge“, verdeutlicht Christian Rankl.

Kooperation

Worauf Landesrat Rüdisser vor allem setzt ist die grenzüberschreitende Kooperation. Kanton St. Gallen, Land Vorarlberg, Exekutive sowie der Zoll beider Länder haben sich auf regelmäßige Gespräche verständigt. Und werden sich schon in nächster Zeit wieder zusammensetzen. (VN/Klaus Hämmerle)

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