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Verhandlung abgesagt: Angeklagter verstorben

Der Bruder des Angeklagten, Soner Ö., wurde wegen des Mordes an einem Mitarbeiter der BH zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt.
Der Bruder des Angeklagten, Soner Ö., wurde wegen des Mordes an einem Mitarbeiter der BH zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt. ©Stiplovsek/Hartinger
34-Jähriger starb vor Berufungsprozess. In erster Instanz Freispruch. Demnach hat er zu einem 72-Jährigen nicht gesagt, „ich mach’ mit dir das Gleiche wie mein Bruder in der BH“.

Von Seff Dünser/NEUE

Die Berufungsverhandlung am vergangenen Dienstag am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) sei abberaumt worden, da der Angeklagte zwischenzeitlich verstorben sei. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Das Strafverfahren wird nun eingestellt werden, weil der Angeklagte tot ist. In erster Instanz ist der 34-jährige Lustenauer am 4. November 2019 am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf der schweren Nötigung im Zweifel freigesprochen worden. Angeklagt hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch den mit sieben Vorstrafen belasteten Türken, weil er am 17. Oktober 2019 in Lustenau das zu einem 72-Jährigen gesagt haben soll: „Ich mach’ mit dir das Gleiche wie mein Bruder in der BH Dornbirn, wenn du keinen Respekt vor mir hast.“

Der Feldkircher Erstrichter war aber nicht überzeugt davon, dass der Angeklagte diese Drohung tatsächlich ausgestoßen hat. Der Richter hielt die beiden Belastungszeugen nicht für glaubwürdig genug.

Nach der Verhandlung am Landesgericht wurde der angeklagte Untersuchungshäftling am 4. November aus dem Gefängnis entlassen. Er war am 18. Oktober wegen des Verdachts verhaftet worden, er habe mit einem Tötungsdelikt gedroht, wie das schon sein Bruder begangen habe.

Lebenslang für Bruder Soner Ö.

Der 35-jährige Bruder des Angeklagten wurde am 22. Jänner am Landesgericht wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der 13-fach vorbestrafte Türke hat nach Ansicht der Geschworenen am 6. Februar 2019 in der Dornbirner Bezirkshauptmannschaft den 49-jährigen Leiter der Sozialabteilung mit 14 Messerstichen vorsätzlich getötet.

Soner Ö. wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt.
Soner Ö. wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt. /Klaus Hartinger

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der angeklagte Untersuchungshäftling bekämpft die Entscheidung mit einer Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof in Wien und mit einer Strafberufung am Oberlandesgericht Inns­bruck. Kurz nach dem Feldkircher Mordprozess ist der 34-jährige Bruder des Angeklagten gestorben. Der verheiratete Vater von drei Kindern bestritt in seinem Nötigungsprozess den Tatvorwurf. Er habe dem Lustenauer Flohmarktbetreiber Handyladekabel verkaufen wollen. Das mutmaßliche Opfer gab an, der junge Türke habe ihn gefragt, ob er nicht wisse, dass er der Bruder des BH-Täters sei. Dann habe er ihn bedroht.

Den Freispruch am Landesgericht hat die Staatsanwaltschaft mit einer Berufung bekämpft. Die Berufungsverhandlung konnte in Innsbruck aber nicht mehr durchgeführt werden.

(Red.)

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