Vergleich: Spitalsärztin erhält 2000 Euro für Überstunden

Prozess endete mit einem Vergleich
Prozess endete mit einem Vergleich ©Bilderbox
Feldkirch - Verklagt hatte die Fachärztin die Krankenhausbetriebsgesellschaft auf 20.000 Euro.

Eine gütliche Einigung haben die Streitparteien in der gestrigen Verhandlung erzielt. Demnach bezahlt die Krankenhausbetriebsgesellschaft ihrer ehemaligen angestellten Spitalsärztin für 60 Überstunden 2000 Euro. Der Vergleich wurde bedingt abgeschlossen und kann noch widerrufen werden. Eingeklagt hatte die Unfallchirurgin in dem Arbeitsprozess 20.000 Euro für Überstunden. Vor der erzielten Kompromisslösung hatte Arbeitsrichter Klaus Schurig aber Bedenken geäußert, ob überhaupt abzugeltende Überstunden vorliegen.

Nur 100-Prozent-Stelle

Die Klägerin hatte vorgebracht, sie sei in dem Landeskrankenhaus benachteiligt worden. Sie habe sich als einzige Unfallchirurgin dafür entschieden, zu 100 Prozent und nicht zu 120 Prozent angestellt zu werden. Dennoch sei sie zu gleich vielen Nachtdiensten eingeteilt worden wie ihre Kollegen. Damit sei versucht worden, sie zu disziplinieren und sie zur Einwilligung zur Anstellung zu 120 Prozent zu zwingen.

Nachtdienste würden aber mit einer Nachtdienstzulage extra vergütet und seien keine Überstunden, sagte Beklagtenvertreter Rainer Santner. Zudem seien jene eingeklagten Überstunden, die im Jahr 2012 angefallen sein sollen, bereits verjährt, meinte der Anwalt der Krankenhausbetriebsgesellschaft.

Mit ihrer Argumentation mit der Benachteiligung bei den Nachtdiensten stütze sich die Klägerin wohl auf den falschen Klagsgrund, merkte Richter Schurig an. Sie hätte nicht Überstunden einklagen sollen, sondern Schadenersatz wegen Diskriminierung.

Das Arbeitsverhältnis zwischen der Fachärztin und der Krankenhausbetriebsgesellschaft wurde inzwischen einvernehmlich aufgelöst.

Geld für Überstunden stehe ihr auch deshalb zu, meinte die Unfallchirurgin, weil sie im Nachtdienst etwa herausgefunden habe, dass ein Kollege einem Patienten ein falsches Antibiotikum verabreicht habe. Wegen des falschen Medikaments sei es dem Patient mies gegangen.

(Quelle: NEUE/Seff Dünser)

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