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Vergiss den Bäcker deines Vertrauens nicht

Kauf beim Bäcker deines Vertrauens
Kauf beim Bäcker deines Vertrauens
Brot zählt zu den ältesten und wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Nicht nur deshalb ist es auf unserem Speisenplan unverzichtbar.
Deine Bäckerlehre in Vorarlberg

Unsere Bäcker*innen stehen für uns täglich in der Backstube und zählen zu den Held*innen des Alltags.

Denn durch ihre Arbeit sorgen auch sie dafür, dass es uns an nichts fehlt und wir täglich frisches Brot genießen können. Doch wie viele Betriebe stehen auch viele Bäckerbetriebe in dieser Zeit vor großen Herausforderungen. Eine gute Nachricht vorab: Die Bäckereien, mit Ausnahme von einigen Filialen, haben wie gewohnt geöffnet. Und sie verwöhnen uns auch weiterhin mit frischgebackenen Semmeln, knusprigen Salzstangen oder schmackhaftem Kornbrot. Trotzdem haben viele Bäckereien, mit einem Rückgang an Kund*innen zu kämpfen: „Der Handel profitiert momentan. Zu uns kommen weniger Leute einkaufen. Man geht jetzt halt lieber in ein Geschäft und kauft dort Brot und Fleisch usw. ein, als in die einzelnen Fachbetriebe wie Bäckereien oder Fleischereien zu gehen. Darunter leiden natürlich die kleinen Handwerker. Es fallen auch die ganzen Schüler sowie Arbeiter weg, die normalerweise ihre Jause holen. Aber auch die Menschen, die einen Kaffee trinken kommen, fehlen. Man merkt definitiv einen Kund*innen-Rückgang, sowohl in den Geschäften als auch im Umsatz. Das ist für viele ein Problem“, so Innungsmeister des Lebensmittelgewerbes Wolfgang Fitz über die momentane Situation. Wie in vielen Geschäften und Betrieben wird auch hier versucht, die Ansteckungsgefahr zu minimieren. „Dafür haben wir einige Vorkehrungen getroffen: Wir achten darauf, dass sich maximal zwei Kund*innen im Geschäft befinden und diese den Sicherheitsabstand wahren. Außerdem haben wir beim Eingang/Ausgang Desinfektionsmittel aufgestellt, damit unsere Kund*innen die Hände desinfizieren können. Unsere Mitarbeiter*innen sind angewiesen, so oft wie möglich die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Auch ohne Coronavirus haben wir hohe Hygienevorschriften, die wir erfüllen müssen, so werden die Gebäckstücke nur mit der Gebäckzange oder Handschuhen angegriffen. Die Flächen, auf denen regelmäßig Brot bzw. Geld liegt, werden häufig geputzt und auch desinfiziert“, erzählt Bäckermeister Fitz über die Maßnahmen.

Am Ende des Tages bleibt den Bäckereien nur der Tagesumsatz

Durch die Schließung der Gastronomie, den Wegfall des Verkaufs von Jause an zahlreiche Schüler*innen und Arbeiter*innen sowie das gute Nebengeschäft mit Veranstaltungen aus dem Kultur- oder Sportbereich, bleibt den meisten Bäckereien nur der Umsatz, den sie in ihrem Geschäft tagtäglich erzielen. „Das wird insofern spürbar, dass viele am Ende des Tages zwischen 50 und 90 Prozent weniger Umsatz in der Kassa haben – und das bei gleichbleibenden Kosten. Denn eine Verkäuferin zum Beispiel verdient gleich viel, ob sie nun € 100,- oder € 1.000,- Umsatz macht. Das macht vielen zu schaffen“, beschreibt Fitz die Lage. Ein kleiner Ausgleich für die Ausfälle ist für viele Bäckerbetriebe, die Abnahme von Brotwaren vom Handel. Denn hier ist momentan die Nachfrage an Brot größer als sonst. Der Innungs- und Bäckermeister Wolfgang Fitz zeigt sich dankbar gegenüber dem Handel: „Einige Handelsunternehmen nehmen in diesen Zeiten Rücksicht auf die Bäckerbetriebe. Doch ich wünsche mir, dass der Handel mit den fertigen Teiglingen weiter zurückfahrt und mehr frisches Bäcker-Brot in die Regale aufnimmt.“

Einkaufsverhalten hat sich verändert

Viele haben sich zu Beginn der Corona-Krise Sorgen um die Lebensmittelversorgung gemacht und Hamsterkäufe getätigt. Auch in den Bäckereien gab es daher kurzfristig kein Brot mehr. Doch bereits am nächsten Tagwaren die Regale wieder voll aufgefüllt. Hamsterkäufe sind unnötig, wie Fitz bestätigt: „Rohstoffe sind genügend da und wir haben keine Engpässe. Ich habe bereits Mitte/Ende Februar, als das Thema aufkam, mit den Mühlen gesprochen. Diese haben mir versichert, dass genügend Getreide und Mehl vorhanden ist. Hier gibt es überhaupt keine Bedenken.“Die Hamsterkäufe haben glücklicherweise nachgelassen, dennoch hat sich das Einkaufsverhalten verändert: Es kommen weniger Kund*innen in das Geschäft und die, die kommen, kommen seltener und kaufen dafür mehr ein. Beispielsweise kauft eine Kundin nicht nur ein Brot für sich, sondern auch für ihre Tante und ihren Vater.

Thema Kurzarbeit: Keine Option für kleine Bäckerbetriebe

Um die Unternehmen zu unterstützen und Arbeitsplätze zu sichern, hat die Regierung mit den Sozialpartnern das Corona-Kurzarbeits-Modell ins Leben gerufen. Doch dieses ist für Wolfgang Fitz keine gute Option für die Bäckerbetriebe: „Die Kurzarbeit mag für viele Unternehmen eine geeignete und gute Option sein, aber für uns Bäcker*innen ist dies keine Lösung. Wir benötigen einen bestimmten Personalstamm, um das Brot zu produzieren. Ich kann zum Beispiel mein Team nicht halbieren und in Schichten arbeiten, da ich mindestens zehn Mitarbeiter*innen in meiner Backstube benötige. Ansonsten läuft es nicht rund.“

Ostern retten mit süßen Naschereien vom Konditor

Ostern steht vor der Tür und damit ein wichtiger Teil des Jahresumsatzes für die Konditoren. Mit den Vorbereitungen wurde vielfach schon begonnen und teilweise sogar schon abgeschlossen. Die Zucker- und Osterhasen sind gegossen und stehen in den Startlöchern – bereit, verkauft zu werden. Doch auch hier ist mit Umsatzeinbußen zu rechnen. „Gerade bei den Konditoreien, wo Ostern normalerweise ein gutes Geschäft ist, mit den vielen Pralinen, Schoko- und Zuckerhasen, bedeutet die momentane Situation große Ausfälle. Viele haben mit dem Umsatz gerechnet in der Jahresfinanzierung – hier ist es für viele eine große Belastung“, erklärt Fitz. Viele Konditoreien bieten ihren Kund*innen an, einen Osterhasen zu reservieren, welcher dann im bzw. vor dem Geschäft abgeholt werden kann – einfach mal bei der Konditorei Ihres Vertrauens nachfragen und etwas Besonderes verschenken.

„Bitte achtet darauf, dass ihr regionale Ware beim regionalen Produzenten kauft.“

Abschließend richtet Innungsmeister Wolfgang Fitz folgende Bitte an die Vorarlberger*innen: „Ich hoffe, dass man die kleinen Handwerksbetriebe wie Fleischereien, Konditoreien und Bäckereien nicht vergisst und man auch wieder vermehrt in die Fachgeschäfte geht. Die Gefahr, sich anzustecken, ist hier nicht größer als sonst irgendwo. Im Gegenteil, wir achten sehr auf die Hygiene und lassen nur eine kleine Anzahl von Kund*innen in unser Geschäft. Ich bitte die Kund*innen, regionale Ware beim regionalen Produzenten zu kaufen. Denn für uns ist es sehr wichtig und für viele geht es um die Existenz. Und es wäre sehr schade, wenn dadurch einige Betriebe schließen müssten.

(Red.)

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