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Vergewaltigungsprozess: Keine Berufung

Schwarzach - Keine Berufung wird es in jenem Vergewaltigungsprozess geben, der vergangene Woche mit einem Freispruch endete. Das bestätigte Staatsanwalt Franz Pflanzner gegenüber VOL Live.

Pflanzer räumt einer Berufung keine Erfolgschancen ein. Es habe keine Verfahrensmängel gegeben, deshalb verzichte die Staatsanwaltschaft darauf, das Urteil anzufechten.
Der Freispruch für den 28-jährigen Türken ist damit rechtskräftig.

Allerdings könnte dem Mann die Abschiebung drohen. Eine diesbezügliche Entscheidung soll noch diese Woche fallen.

Das Urteil hatte vergangenen Donnerstag für viel Aufsehen gesorgt. Noch im Juli des vergangenen Jahres war der Türke zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, der Oberste Gerichtshof hatte jedoch entschieden, dass der Prozess wegen Nichtigkeit wiederholt werden muss. Dem Mann wurde vorgeworfen, seine Frau ab 2001 – die Ehe war von den Eltern arrangiert worden – über Jahre hinweg geschlagen und mehr als 100 Mal vergewaltigt zu haben. Die Verteidigung hatte nach dem ersten Prozess bemängelt, dass wichtige Zeugen nicht gehört worden seien. Letztlich entschied das Höchstgericht, dass der Prozess wegen Nichtigkeit nochmals neu geführt werden muss.

Die Geschworenen hielten den 28-Jährigen für schuldig der versuchten schweren Nötigung und der schweren Körperverletzung. Dafür wurde der Mann zu 24 Monaten Haft und 6.000 Euro Teilschmerzensgeld verurteilt. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde er hingegen entlastet – die Geschworenen waren sich nicht einig, ihre Abstimmung endete 4:4. Nach österreichischem Recht bedeutet dies Freispruch.

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