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"Vergelt’s Gott" zum Papst-Abschied

Papst Benedikt XVI. hat Sonntagabend knapp nach 20 Uhr seine Heimreise mit einer AUA-Maschine angetreten. Der dreitägige Österreichbesuch endete unspektakulär, aber herzlich.

Der Papst verabschiedete sich am Flughafen Wien-Schwechat mit einem „aufrichtigen, herzlichen ’Vergelt’s Gott’.“ Vor seinem Abflug würdigte er Österreich einmal mehr als „lebendige Mitte Europas“. Bundespräsident Heinz Fischer sagte dem Papst zum Abschied: „Auf Wiedersehen Eure Heiligkeit“.

Zuvor hatte der Papst bei einem Treffen mit freiwilligen Helfern aus dem sozial-karitativem Bereich im Konzerthaus die „ausgeprägte Kultur der Freiwilligkeit in Österreich“ gelobt. Und bei seinem Besuch im Wienerwald-Stift Heiligenkreuz bezeichnete er Klöster als „geistliche Oasen“.

In seiner Abschiedsrede in Wien-Schwechat äußerte der Papst den Wunsch, dass „das Bemühen um gegenseitiges Verständnis und die kreative Gestaltung immer neuer Wege zur Schaffung von Vertrauen unter den Menschen und Völkern die nationale und internationale Politik dieses Landes inspirieren“ möge. Österreich könne „im Geiste seiner historischen Erfahrung und seiner Stellung in der lebendigen Mitte Europas dazu seinen Beitrag leisten“, meinte der Papst und trat dafür ein, die „europäischen, vom christlichen Glauben geprägten Werte konsequent in den europäischen Institutionen und im Rahmen der Pflege der internationalen, interkulturellen und interreligiösen Beziehungen“ einzubringen.

Fischer betonte zum Abschied, „das Oberhaupt der katholischen Kirche empfangen zu dürfen, das Österreich so gut kennt, aber gleichzeitig seinen Blick auf den gesamten Erdball richtet, hat diesem Besuch einen ganz besonderen Charakter verliehen. Wind und Wetter haben ihn nicht beeinträchtigen können.“

Im Wiener Konzerthaus meinte der Papst vor ehrenamtlichen Mitarbeitern von Hilfsorganisationen bis zur Feuerwehr, „Gott sei Dank ist es für viele Menschen eine Ehrensache, sich für andere, für eine Vereinigung, für einen Verband oder für bestimmte Anliegen des Gemeinwohls zu engagieren“. Nächstenliebe sei nicht delegierbar, und weder Staat noch Politik könnten sie bei allem Bemühen um das Erbringen von Sozialleistungen und Hilfe zur Linderung von Not ersetzen. Bundespräsident Fischer erklärte, „würde man versuchen, den materiellen Wert dieser Hilfeleistungen auszurechnen, man würde auf unvorstellbar große Summen kommen. Aber darum geht es gar nicht in erster Linie. Das Wesentliche ist der Idealismus, die Hilfsbereitschaft, die Solidarität, die Verantwortung für den Mitmenschen, die Freiwilligkeit.“

Davor bei seinem Blitzbesuch in Heiligenkreuz erklärte der Papst, Österreich sei „wahrhaft ’Klösterreich’.“ Der Papst rief die Mönchen auf, die „Schönheit der Liturgie“ zu pflegen. Er warnte vor Experimenten und vor Bestrebungen, Liturgie „attraktiv“ oder „interessant“ machen zu wollen. Liturgie müsse aus dem „Hinschauen auf Gott“ gestaltet werden.

Nach offiziellen Angaben des Innenministeriums sind nur 67.000 Gläubige zu den öffentlichen Auftritten des Papstes in Wien, Mariazell und Heiligenkreuz gekommen. Erwartet wurden mehr als 100.000. Das schlechte Wetter dürfte viele abgeschreckt haben. Bis zu 500.000 Österreicher verfolgten dafür den Papstbesuch im ORF-Fernsehen.

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