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"Vereine im Fokus": Ein Stück Heimat nachgebaut

Die Jugend des MEC Bregenz.
Die Jugend des MEC Bregenz. ©Daniela Lais
Der MEC Bregenz

Beim MEC Bregenz hat die Jugend viel Eigenverantwortung.

Bregenz. Das Vereinslokal könnte authentischer nicht sein. Während der Nachwuchs im Dachboden an Brücken und Schienen werkelt, saust im Rücken der echte ÖBB Zug vorbei. “Vor zehn Jahren haben wir das Haus, den alten Riedenburger Bahnhof, übernommen. Seitdem ist viel passiert”, erklärt Kurt Dapré. Ein großer Schritt war das damals für den kleinen Verein, von den alten, beengten Räumlichkeiten in der Stadt in das Haus am Bahngleis. Fast ein Jahr steckte die Truppe des Modelleisenbahn Clubs Bregenz in die Renovierungsarbeiten – vom jungen Neumitglied bis zum alteingesessenen Modelleisenbahner, jeder war dabei, beim Projekt “neues Vereinslokal”. Heute erstrahlt das Haus in neuem Glanz und mit nicht wenig Stolz erklärt Dapré, was sich verändert hat: “Von Boden bis zur Decke, wir haben alles renoviert, sogar eine Übertragungsmöglichkeit vom Obergeschoß nach unten haben wir realisiert. Bei Ausstellungen ist das sehr nützlich. Nur die aktuelle Miete macht uns zu schaffen, das ist nicht leicht, für einen kleinen Verein”, so der Vereinsobmann, der vor 17 Jahren auch Gründungsmitglied des MEC war.

Mit Ernsthaftigkeit dabei

55 Mitglieder haben sich angeschlossen, zehn davon sind Jugendliche. Die jüngsten sind zehn Jahre alt, eher macht es wenig Sinn einzusteigen. “Es ist wichtig, dass die Kinder mit einer gewissen Ernsthaftigkeit dabei sind, sie müssen sich selbst beschäftigen können, darum haben wir uns für diese Altersgrenze entschieden”, erläutert Dapré. Neben ihm sitzt Rafael Thaler. Der 21jährige ist Jugendbeauftragter des MEC und schätzt vor allem die Eigenverantwortung, die den Jugendlichen zugetraut wird. Gerade wird an einer Brücke gebaut, die die Jugendstrecke erweitern soll. Man ist unter Jungs, oben im Dachgeschoss, “aber das liegt nicht an uns, wir würden auch Mädchen in die Truppe aufnehmen, aber die kommen nicht”, ergänzt Thaler.

Modellbahn wird nie fertig

Immer wieder wird die Anlage neu gebaut. “Wir haben die alten Bäume entfernt, die passen nicht mehr in die neue Strecke”, erklärt Thaler. So wird es bald einen Baumbastelnachmittag geben, um die Strecke, die schon dreimal neu gebaut wurde, wieder etwas zu begrünen. Auch die Erwachsenen sind mit ihrer Arlbergstrecke, die einen Stock tiefer zu finden ist, nie wirklich zufrieden. 75 Meter und 68 Streckenmodule im Maßstab 1:87, die regelmäßig erneuert und verbessert werden. “Wenn man hinten aufgehört hat, fängt man vorne wieder an. Eine Modellbahn wird einfach nie fertig”, schmunzelt Dapré. Und wenn nicht gerade an der eigenen Anlage gebaut oder ausgestellt wird, besucht man andere Vereine und große Ausstellungen, um sich ein Bild zu machen, was im Modellbereich gerade aktuell ist und welche technischen Neuerungen es gibt.

Modellbauerleidenschaft

Und genauso frisch wie die technischen Fortschritte, die der Verein auf seine Bahnen überträgt, sind auch die Vereinsstrukturen. Das Bild der Greise, die ihren Nachmittag vor den fahrenden Zügen verbringen, passt nicht. “Wir sind ein sehr junger Verein, haben nur wenige Senioren unter uns”, ergänzt Dapré. Irrelevant ob jung oder alt – eines haben die Mitglieder gemeinsam – die Modellbauerleidenschaft. Und damit begeistern sie nicht nur Menschen in den eigenen Reihen: “Einer der schönsten Momente war, als bei einer Ausstellung eine ältere Frau vor der Anlage stand und mit Tränen in den Augen ihrem Enkel eigene Erinnerungen an einen alten Bahnhof, den wir aufgebaut hatten, übermittel hat. Das war wunderbar, zu sehen, dass es andere Menschen freut, wenn wir ein Stück Heimat nachbauen”, freut sich Dapré mit einer gewissen Modellbauerromantik. LAI

Info: Interessierter Nachwuchs kann sich über die Homepage des MEC Bregenz, http://www.mecbregenz.at/, über den Verein informieren oder direkt an einem der Jugendnachmittage, die jede ungerade Kalenderwoche von 14 bis 16 Uhr im alten Riedenburger Bahnhofshaus stattfinden, vorbei kommen. Der Verein ist auch auf Facebook vertreten.

“Vereine im Fokus” – die Zahlen:

17 Jahre lang gibt es den MEC schon
2000 wurde das alte Bahnhofshaus übernommen
1 Jahr lang war der Verein mit der Sanierung beschäftigt
55 Mitglieder sind im Verein, 10 davon sind Jugendliche
10 Jahre alt sollte man sein, um beim MEC aktiv werden zu können

“Vereine im Fokus” – Umfrage: Wie bist du zum MEC gekommen?

Ich bin zuerst immer alleine zu den Ausstellungen des MEC gegangen, dann später mit meinem Bruder und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich auch mitmachen wollte. Das Züge fahren und der Streckenbau macht mir am meisten Spaß. (Jan, 17 Jahre)

Wir hatten schon immer eine Modellanlage zuhause. Mein Vater hat mir dann gesagt, es gibt einen Club und ich soll mir das ansehen. Ich war dann beim Tag der offenen Tür dabei und bin jetzt schon seit 1999 im Verein. (Rafael, 21 Jahre)

Durch meinen Onkel bin ich zum MEC gekommen. Er hat gemeint, das ist etwas für mich. Jetzt bin ich seit gut drei Jahren dabei und baue vor allem sehr gerne, das macht mir am meisten Spaß. Das Miteinander in der Gruppe ist für mich auch wichtig. (Benjamin, 17 Jahre)

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