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Verdächtige bestreiten Tötung 13-Jähriger

Die 13-Jährige wurde in Wien-Donaustadt missbraucht und getötet
Die 13-Jährige wurde in Wien-Donaustadt missbraucht und getötet ©APA
Die beiden 16 bzw. 18 Jahre alten Verdächtigen, die eine 13-Jährige aus dem Bezirk Tulln am Wochenende in einer Wohnung in Wien-Donaustadt missbraucht und getötet haben sollen, sind nach einer weiteren polizeilichen Einvernahme am Mittwoch in die Justizanstalt (JA) Josefstadt überstellt worden.

"Die zuständige Staatsanwältin hat die Überstellung verfügt", teilte Carmen Kainz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Mittwochmittag auf APA-Anfrage mit.

Die Verdächtigen werden im Verlauf des Nachmittags Zellen in der Jugendabteilung der JA beziehen. Ab diesem Zeitpunkt hat die Anklagebehörde 48 Stunden Zeit, um U-Haft-Anträge beim Landesgericht einzubringen. Die Staatsanwaltschaft hat auch bereits die Einholung mehrerer Fachgutachten - darunter ein Obduktionsgutachten zur Abklärung der genauen Todesursache sowie ein toxikologisches und ein molekulargenetisches Gutachten - in Auftrag gegeben.

Schweigen und Bestreiten

Die Verdächtigen haben in den Einvernahmen bisher nicht zur Aufklärung des Sachverhalts beigetragen. Laut Polizeisprecher Markus Dittrich schwieg der Jüngere bisher, während der Ältere bestritt, etwas mit der Tötung des Mädchens zu tun zu haben.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP und Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl hatten am Montag Details zu den Ermittlungen rund um den Tod der 13-Jährigen bekannt gemacht. Das Mädchen kannte demnach die beiden Verdächtigen und hatte sie freiwillig in die Wohnung des 18-Jährigen in Wien-Donaustadt begleitet. Dort wurden ihr Pürstl zufolge Drogen - vermutlich Ecstasy - verabreicht, es hätten "Straftaten gegen die sexuelle Integrität" des Mädchens stattgefunden.

Viele Details noch unklar

Die näheren Umstände ihres Todes und wie die 13-Jährige auf die Straße kam, sind weiterhin unklar. Nach Informationen der APA soll der 18-Jährige sie aus der Wohnung getragen und in einem unweit seiner Bleibe gelegenen Grünstreifen abgelegt haben. Dittrich zufolge war dies auch am Dienstag noch Gegenstand von Ermittlungen. Behauptungen von Nachbarn in Boulevardmedien, die Verdächtigen hätten dafür einen Teppich verwendet, wies der Polizeisprecher zurück. Es könne ausgeschlossen werden, dass der Teppich, den ein Nachbar gefunden haben will, mit der Tat in Zusammenhang stehe, so Dittrich.

Offen blieb, ob das Mädchen zum Zeitpunkt des Transports noch am Leben und bewusstlos oder bereits tot war. Pürstl stellte diesbezüglich fest, es müsse noch geklärt werden, ob eine Vorsatztat (eine auf den Tod des Mädchens gerichtete bzw. deren Ableben billigend in Kauf nehmende Handlung, Anm.) vorliege. Dafür dürfte die Einholung mehrerer medizinischer Gutachten erforderlich sein.

16-Jähriger schweigt

Zur Verantwortung des 18-jährigen afghanischen Staatsbürgers, der mehrfach in Österreich mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war - unter anderem wegen Suchtgifthandels, gefährlicher Drohung und Raufhandels - und abgeschoben werden sollte, wollte sich Dittrich nicht näher äußern.

Somit blieb zunächst offen, ob er einfach nichts mit der Tötung zu tun haben will, nicht am Tatort gewesen sein will oder gar das Mädchen gar nicht gekannt haben will. Die Ermittler dürften eher überrascht sein, dass der Verdächtige überhaupt mit ihnen redet. Die normalerweise übliche Verhaltensweise - schweigsam zu bleiben - legt jedenfalls der 16-Jährige an den Tag. Weitere Festnahmen in dem Fall gab es bisher nicht, betonte Dittrich. Er wollte aber nicht ausschließen, dass es weitere Verdächtige gibt.

Unterdessen wurde ein Detail zum Opfer bekannt. Die NÖ Kinder- und Jugendhilfe teilte mit, dass "die betroffene Minderjährige an die örtlich zuständige Kinder- und Jugendhilfe angebunden und somit dieser bekannt war".

(APA)

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