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Anzengruber bis Ende 2020 Verbund-CEO

Anzengruber bleibt weiter in Spitzenposition
Anzengruber bleibt weiter in Spitzenposition ©APA
Wolfgang Anzengruber, der den größten heimischen Stromkonzern Verbund seit Anfang 2009 leitet, wird dies ab Anfang 2019 noch weitere zwei Jahre tun. Der Aufsichtsrat hat am Mittwoch seinen Vertrag bis Ende 2020 verlängert. Neu in den Verbund-Vorstand ziehen in einem halben Jahr der oö. Vize-Landeshauptmann Michael Strugl und Cisco-Austria-Manager Achim Kaspar ein.

Wie schon vorige Woche durchgesickert ist, springt Strugl (ÖVP) damit aus der Politik ab – und erhält im Verbund ab 1. Jänner 2019 auch gleich die Funktion des stellvertretenden Vorstandschefs. In der oö. Landesregierung führt Strugl das Standortressort mit den Agenden Wirtschaft, Beteiligungen, Tourismus und Sport, Energie sowie einen Teil der Finanzen. Bis 2013 war er Wirtschaftslandesrat, davor ab 2001 oö. Landtagsabgeordneter.

Seit April 2017 ist Strugl, Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Linzer Johannes-Kepler-Uni, auch Landeshauptmann-Stellvertreter. Seit fast neun Jahren gehört der diplomierte Jurist dem Aufsichtsrat beim Landesversorger Energie AG Oberösterreich (EAG) an, seit März als Vorsitzender.

Kaspar ist seit 2008 General Manager von Cisco Austria, der Österreich-Niederlassung des US-Technologiekonzerns Cisco, sowie von Cisco Kroatien und Slowenien. Der gebürtige Kärntner studierte Betriebswirtschaft in Graz und startete seine berufliche Laufbahn im Telekom-Bereich des Verbund. Danach war er Geschäftsführer der MCI/WorldCom Austria GmbH. Von 2002 bis 2007 war er Alleinvorstand der eTel Austria AG und leitete das strategische und technische Kompetenzzentrum für Zentraleuropa.

Die Verbund-Vorstandsverträge von Finanzvorstand Peter Kollmann, Strugl und Kaspar laufen bis Ende 2021, jeweils mit zweijähriger Verlängerungsoption. Eine Berufung von Kaspar in die Verbund-Chefetage “auf einem FPÖ-Ticket” war bereits vor Monaten medial als möglich bezeichnet worden.

Anzengruber verantwortet u.a. die Strategie-Agenden, Kollmann neben den Finanzen auch M&A sowie IR. Strugl zeichnet etwa für Energiewirtschaft und Personalmanagement sowie Trading und Sales verantwortlich. Kaspar ist für den neu geschaffenen Bereich Digitalisierung sowie den gesamten Erzeugungsbereich zuständig.

Die Verträge des bisherigen Vize-Vorstandschefs im Verbund, Hannes Sereinig, und von Vorstandsdirektor Günther Rabensteiner, die beide als SPÖ-nahe gelten, werden nicht verlängert, die beiden gehen in Pension.

Überraschend ist, dass der Verbund-Vorstand insgesamt nicht verkleinert wird, wie das in den letzten Monaten immer wieder von Beobachtern vermutet worden war. Zu rechtfertigen gewesen wäre dies mit dem Wegfall des früher recht umfangreichen Auslandsengagements. Einst verfügte der Verbund über Aktivitäten in Italien, Frankreich und der Türkei, aktuell ist man hauptsächlich noch als Stromhändler jenseits der Grenze tätig, vornehmlich in Deutschland. Von der kalorischen Stromproduktion in Italien (Sorgenia) und in Frankreich hat sich der Stromkonzern 2014 gelöst. Schon davor, 2013, hatte der Verbund seine Türkei-Assets in einem Tauschgeschäft an die deutsche E.ON abgegeben und dafür namhafte Wasserkraft-Anteilen in Bayern – im Ausmaß des Stromverbrauchs von 600.000 Haushalten – sowie mehrere hundert Mio. Euro in bar erhalten.

Zu 51 Prozent gehört der Verbund der Republik Österreich und ressortiert zum Finanzministerium von Minister Hartwig Löger (ÖVP). Im Zuge einer Neuordnung der Staatsholding ÖBIB könnte der Verbund wie andere börsennotierte Firmen mit Staatsbeteiligung (OMV, Telekom Austria, Post) ebenfalls dieser zugeordnet werden. Der Verbund setzte 2017 mit knapp über 2.800 Mitarbeitern rund 2,9 Mrd. Euro um.

(APA)

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