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Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte fordert Mehrstufenmodell

Seit 2004 setzt sich der Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte für mehr soziale Sicherheit und gegen Armut ein.
Seit 2004 setzt sich der Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte für mehr soziale Sicherheit und gegen Armut ein. ©VAP
Dornbirn - Der Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte präsentierte am 29. Mai 2012 bei INTEGRA die Jahresbilanz 2011. Die sieben Arbeitsprojekte konnten mehr Menschen eine Beschäftigung bieten als in den Jahren zuvor. Sie fordern aber die Einführung eines mehrstufigen Modells zur besseren Integration arbeitsloser Menschen in den ersten Arbeitsmarkt.

Der Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte präsentierte am 29. Mai 2012 bei INTEGRA in Wolfurt seine Jahresbilanz 2011. Die Arbeitsprojekte erzielten insgesamt einen Erlös von 18 Millionen Euro. Dem gegenüber steht die gestiegene Anzahl an Gesamtbeschäftigten, diese lag 2011 bei 1660 Personen. Durch die verkürzte Verweildauer in den Arbeitsprojekten und durch Teilzeitregelungen erhielten 972 langzeitarbeitslose Menschen einen Arbeitsplatz. „Aufgrund von Sparmaßnahmen haben sich die Rahmenbedingungen für die Arbeitsprojekte immer mehr verschärft. So mussten wir mit einer kürzeren Verweildauer, mehr Eintritten und somit höherem Verwaltungs- und Betreuungsaufwänden sowie geringeren Förderungen zurecht kommen. Durch immense Flexibilität und Anpassungsleistungen konnten wir die betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Ziele erreichen. Allerdings ist die Grenze des Machbaren jetzt erreicht. Es muss mehrere verschiedene Modelle zur Integration von arbeitslosen Menschen geben“, informiert Emilie Strasser-Mathis, Projektleiterin ABF Arbeitsinitiative Bezirk Feldkirch.

Mehr passende Beschäftigungsmodelle gefordert

„Tatsache ist, dass es Menschen gibt, die zwar arbeitsfähig, aber nicht vermittlungsfähig sind. Sie kommen daher immer wieder zu uns in die Arbeitsprojekte. Aber auch Jugendliche und ältere Menschen, die vermittlungsfähig sind, sind in unseren Projekten beschäftigt. Ein Beschäftigungsmodell für alle ist einfach zu wenig – es braucht daher passendere“, fordert Jürgen Marcabruni, Sprecher des Verbandes und Geschäftsführer des Vereins zur Förderung von Ausbildung und Beschäftigung im Oberland. Als Ergänzung zu den aktuellen Möglichkeiten arbeiteten die sieben Arbeitsprojekte bereits 2010 ein Mehrstufenmodell aus. Sie verfügen über die notwendigen Strukturen und könnten dieses jederzeit umsetzen.

Bundesregierung fördert neue Modelle

„Dass die Notwendigkeit besteht, zeigt sich auch in Ansätzen, im von der Bundesregierung vorgelegten Maßnahmenpaket: neue Impulse für die aktive Arbeitsmarktpolitik und zusätzliche Mittel zur Beschäftigung langzeitbeschäftigungsloser Menschen in sozialen Integrationsunternehmen. In Gesprächen mit den Verantwortlichen des Landes Vorarlberg und des AMS sind wir schon seit längerem. Es braucht aber eine Entscheidung der Fördergeber und den Mut, hier neue Schritte zu setzen“, verlangt Jürgen Marcabruni und führt weiter aus: „Die Einführung des Mehrstufenmodells wäre ein großer Schritt in diese Richtung. Es würde den Betroffenen sowohl den Einstieg ins Erwerbsleben als auch den längeren Verbleib dort ermöglichen.“

Von einfachen Tätigkeiten bis zu qualifizierten Aufgaben

Die Leistungen reichen von einfachen Tätigkeiten bis hin zu qualifizierten Aufgaben wie die Produktion von Paletten, Fertigung und Qualitätskontrolle einzelner Komponenten, die Sammlung und Wiederverwertung von Möbeln und Altkleidern sowie Tischlerarbeiten, aber auch Dienstleistungen für Handel und Privatpersonen. Hauptsächlich Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, aber auch Jugendliche und Ältere finden in den sieben Arbeitsprojekten Arbeit und Ausbildung. Sie machen sie durch praxisnahe Arbeiten fit für den ersten Arbeitsmarkt.

Factbox Bilanz 2011

Erlös: 18 Millionen Euro
Gesamtbeschäftigte: 1660
Transitarbeitskräfte und
Menschen im Arbeitstraining: 972
Durchschnittliche Verweildauer: 5,2 Monate

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