Vatikanbank IOR veröffentlicht Bilanzen

Vatikanbank verwaltete 2012 6,3 Milliarden Euro, Gewinne vervierfacht.
Vatikanbank verwaltete 2012 6,3 Milliarden Euro, Gewinne vervierfacht. ©EPA
Die "Vatikanbank" IOR sorgt für eine Premiere: Am Dienstag hat sie auf ihrer neuen Homepage erstmals in ihrer über hundertjährigen Geschichte eine Jahresbilanz veröffentlicht. Damit will der deutsche Präsident des Instituts, Ernst von Freyberg, "Verschwörungstheorien" entgegentreten und für mehr Transparenz sorgen.

86,6 Millionen Euro Gewinne meldete die Bank im vergangenen Jahr, der Gewinn hat sich gegenüber 2011 vervierfacht, geht aus der veröffentlichten Bilanz hervor. Damit konnte das IOR einen Beitrag von 54,7 Millionen Euro für die Kassen des Heiligen Stuhls leisten. Die Bank hat rund 18.900 Kunden und verwaltete im vergangenen Jahr 6,3 Milliarden Euro. Das Nettokapital stieg von 741 Millionen Euro auf 769 Millionen Euro, was einem Plus von 3,6 Prozent entspricht. Dies bedeutet für die Bank ein Equity ratio von 15,4 Prozent.

“Arbeiten hart”

Die operativen Kosten der Bank betrugen 2012 23,9 Millionen Euro, was einem Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Darin enthalten sind auch die Kosten für die 114 Mitarbeiter der Bank.

Präsident von Freyberg berichtete, dass das IOR 2013 für “außerordentliche Spesen” aufkommen werde müssen, die mit dem Reform- und Umstrukturierungsprozess verbunden seien. “Wir arbeiten hart um die Leistungen des Instituts zu verbessern”, kommentierte der seit Februar amtierende IOR-Chef. Bis Ende dieses Jahres wolle die Bank alle ihre Kundenbeziehungen überprüfen, was im Rahmen der Anpassung an die internationale Anti-Geldwäsche-Regelung notwendig sei.

Drei Säulen der “Transparenzpolitik”

Die von Papst Franziskus angeordnete Kontrolle der Konten schreite gut voran, berichtete von Freyberg. Finanzexperten der US-amerikanischen Firma Promontory, die auf Unternehmensberatung und Bekämpfung von Geldwäsche spezialisiert ist, sind zurzeit im Dauereinsatz, um die Bankkonten der IOR-Kunden zu überprüfen. Sie müssen feststellen, ob die Kontoinhaber tatsächlich die eingetragenen Kleriker, Ordensgemeinschaften oder Vatikan-Bediensteten und die Finanzbewegungen einwandfrei sind.

Seit März dieses Jahres habe das IOR drei Säulen der Transparenzpolitik umgesetzt. Die Bank habe das Büro eines Pressesprechers geschaffen und eine Webseite eingerichtet. “Das dritte Element ist jetzt die Veröffentlichung des Jahresberichts, die Kunden der Kirche, Korrespondenzbanken und der Öffentlichkeit einen kompletten Überblick über die wirtschaftliche Lage geben soll”, so von Freyberg.

(APA)

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