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"Vaterschaft selbst gestalten"

Bregenz (VN) - Hannes Hausbichler will für die Probleme geschiedener Männer sensibilisieren.

„Vielleicht wird sich für die Männer tatsächlich etwas verbessern.“ Aber so recht mag Hannes Hausbichler an die Versprechungen der Politik, die Rechte geschiedener Väter zu stärken, noch nicht glauben. Zu viel an Ungerechtigkeiten hat er diesbezüglich schon erlebt. Unterhaltszahlungen, die immer wieder einmal hochgeschraubt werden ohne wissen zu dürfen, wohin das Geld fließt. Ein Besuchsrecht, das erst nach zähem Ringen einigermaßen funktioniert. Und das auch nur, weil sich der zweifache Vater in einen gerichtlichen Vergleich fügte. Denn: „Kinder brauchen keine Zwangsharmonie zwischen den Eltern, sondern Verlässlichkeit.“ Die wollte ihnen Hannes Hausbichler damit sichern. Von einem gleichberechtigten Elternteil, der er sein möchte, sieht er sich aber weit entfernt.

Faire Bedingungen gefordert

Seit zweieinhalb Jahren ist der technische Angestellte ein geschiedener Mann. Die beiden Buben blieben bei der Mutter. Dass Partnerschaften in die Brüche gehen können, akzeptiert er, nicht jedoch die Geringschätzung, die Vätern danach sogar vom Gesetz entgegengebracht wird. Allein schon das Wort „Besuchsrecht“ sei ein Schlag ins Gesicht. „Ich möchte als Vater nicht nur Besucher sein“, sagt Hannes Hausbichler. Dabei, so bekommt er öfter zu hören, könne er sich glücklich schätzen, dass es mit dem Kontakt zu den Söhnen überhaupt klappe. Auch er weiß: „Viele Väter geben auf und finden sich mit der Situation ab.“ Für ihn kommt das nicht in Frage. Mit dem Gang an die Öffentlichkeit will Hannes Hausbichler für die Probleme geschiedener Väter sensibilisieren. „Es gibt für uns keine fairen Bedingungen“, betont er mit Nachdruck. Und: „Kinder wie Väter sind fremdbestimmt.“ Das Recht der Mutter stehe nämlich sogar weit über den Wünschen der Kinder. „Wenn die Mutter nicht will, kann man gar nichts machen“, wiegelten selbst Familienrichter die Anliegen des Vaters mehr als einmal ab.

Ständige Verschiebungen

In seinem Fall setzte die Ex-Frau auch ein eingeschränktes Besuchsrecht durch, nachdem er die Kinder anfangs gar nicht und dann wieder häufig sehen durfte. „Schließlich war es so, dass ich der Flexible sein sollte“, erzählt Hannes Hausbichler. Was mit seinem Vollzeitjob in Liechtenstein nie und immer zusammenging. Weil das Gericht keine Notwendigkeit sah, bei der Mutter wegen ständiger Besuchszeitenverschiebungen zu intervenieren, beantragte Hausbichler fixe Zeiten. Das Resultat: Die inzwischen 7 und 8 Jahre alten Buben sind nur noch alle zwei Wochen von Freitag bis Sonntag beim Vater. Der vermisst den Alltag mit seinen Kindern. Er habe sich bewusst auf Familie eingelassen. Jetzt fehlt dem sympathischen Tiroler, der in Bregenz zu Hause ist, ein wichtiges Stück davon. Die Politik, meint er, kann nur Rahmenbedingungen schaffen. „Wenn Mütter und Väter keinen Dialog zustande bringen, wird sich nichts ändern“, befürchtet Hannes Hausbichler. Dabei wünscht er sich eigentlich nur, seine Vaterschaft selbst gestalten zu können.

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