Vater wegen Quälens seines Babys verurteilt

Schwarzach - Ein Vorarlberger ist am Montag vom Innsbrucker Landesgericht wegen des Quälens seines zwei Monate alten Babys zu drei Monaten unbedingter Haft und weiteren neun Monaten bedingt verurteilt worden.

Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Das Urteil war vorerst noch nicht rechtskräftig.

Der 34-jährige Liftangestellte hatte seinen Ende Mai 2008 geborenen Sohn aus dem Bett gerissen und exzessiv geschüttelt. Dadurch erlitt das Kind Einblutungen unter der Hirnhaut, in der Netzhaut und in den Glaskörpern beider Augen, Strukturbeschädigungen in der Hirnrinde und Frakturen an beiden Oberschenkelknochen. Der Vater bekannte sich schuldig, sein Kind über 15 Sekunden lang geschüttelt und ihm damit relevante Gesundheitsstörungen zugefügt zu haben.

Der Sachverständige Univ.-Prof. Walter Rabl erklärte dem Gericht, dass die Verletzungen “absolut typisch” für Misshandlungen seien. Folgeschäden könnten bis ins Schulalter auftreten. Zwei Drittel der so gequälten Kinder würden Dauerschäden davon tragen.

Richter Mair rechnete dem Angeklagten sein Geständnis und seine “komplette Überforderung” begünstigend an. Der Mann musste sich neben dem Neugeborenen auch um sein erstgeborenes, behindertes Kind kümmern, da seine depressive Frau immer wieder in der Psychiatrie war. “Ihr Glück ist es, dass wir noch nicht absehen können, ob das Kind Dauerschäden davon tragen wird”, meinte Mair.

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