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Van der Bellen verliebte sich in Vorarlberger Naturschutzgebiet

Machte sich barfuß in Moorwiese auf - Bundespräsident lobte Nutzen für den Klimaschutz
Machte sich barfuß in Moorwiese auf - Bundespräsident lobte Nutzen für den Klimaschutz ©VLK/Breuss
Plenterwälder und Moore des Naturschutzgebiets Krumbach im Bregenzerwald begeisterten den Bundespräsidenten. Kaspanaze Simma begleitete VdB.
Eröffnung der Bregenzer Festspiele
Van der Bellen im neuen ÖBB-Zug

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Dienstag im Rahmen seines Vorarlberg-Aufenthalts anlässlich der Bregenzer Festspiele das Naturschutzgebiet in Krumbach (Bregenzerwald) besucht. Lokale Experten erklärten den Nutzen der dortigen Plenterwälder und Moore im Kampf gegen den Klimawandel. Van der Bellen zeigte sich sehr interessiert und "auf den ersten Blick verliebt" in die Gegend.

Krumbacher Moore (Google Maps)

Gut für den Klimaschutz

Die Wälder und Moore der Region seien "schon auf den ersten Blick schön und ästhetisch", zeigte sich der Präsident begeistert - und dazu komme noch ihr Nutzen gegen die Klimaveränderung. Als erste Station der Exkursion machte sich Van der Bellen, begleitet unter anderem von seiner Gattin Doris Schmidauer, Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und den Landesräten Johannes Rauch (Grüne) und Christian Gantner (ÖVP), in eine Moorwiese auf - barfuß, denn das sei für das Ökosystem am schonendsten, wie Hans Willem Metzler, Sachverständiger für Natur- und Landschaftsschutz an der Bezirkshauptmannschaft Bregenz, erklärte.

Gewaltige CO2-Speicher

Funktionstüchtige Moore seien "gewaltige CO2-Speicher", beschrieb Metzler den Nutzen der Feuchtgebiete für den Klimaschutz. Wenn das Ökosystem aber gestört sei, würden sie zu CO2-Emittenten, und österreichweit seien zwei Drittel der Moore als gestört oder stark gestört einzustufen. Das dadurch freigesetzte CO2 entspreche dem Vierfachen des nationalen Flugverkehrs. Funktionierende Moore, etwa durch Wiederherstellung des Wasserhaushaltes, zu gewährleisten sei "eine sofort umsetzbare riesige Klimaschutzstrategie", warb Metzler dafür, den Feuchtgebieten beim Klimaschutz mehr Gewicht einzuräumen. Umgekehrt gefährde der Klimawandel die Moore, zum Beispiel durch lange sommerliche Trockenheitsphasen wie im vergangenen Jahr.

Teil der Modellregion Vorderwald

Das Naturschutzgebiet Krumbach ist Teil der Modellregion Vorderwald, einer von österreichweit 20 Modellregionen, die sich intensiv mit der Anpassung an den Klimawandel beschäftigen. Ihr Schwerpunktthema ist der "Klimafitte Wald" - die Region ist geprägt von Plenterwäldern. Diese Wälder, die dem natürlichen Waldsystem sehr nahe kommen, gelten als besonders widerstandsfähig gegenüber den Risiken des Klimawandels. Ihre Bewirtschaftung besteht lediglich darin, das Holz herauszuschlagen, das "systemisch richtig ist", wie Peter Feuersinger, Leiter der Abteilung Forstwesen der Bezirkshauptmannschaften Bregenz und Dornbirn, erklärte. Dazu brauche es qualifizierte Forstarbeiter, die Erntekosten seien etwas höher, aber dafür müsse man nachher "nur noch zuschauen", wie sich ein gesundes Waldsystem entwickle. Eine wichtige Baumart in dieser Waldform ist die Weißtanne - ihre Jungpflanzen warten bis zu 250 Jahre, bis die Wachstumsbedingungen an ihrem Standort passen, um dann in die Höhe zu wachsen. "Das gibt dem Begriff Geduld eine neue Bedeutung - Sie könnten von der Geduld her auch eine Weißtanne sein", scherzte Feuersinger mit Bezug auf die jüngsten politischen Querelen in Richtung Van der Bellen.

Kaspanaze Simma begleitete VdB

Unter den Exkursionsteilnehmern fand sich auch "Grünen-Urgestein" Kaspanaze Simma, unter dem die Grünen in den 1980ern den Einzug in den Vorarlberger Landtag schafften. Er erzählte, wie es vor Jahrzehnten nur "ein Gefühl" gewesen sei, dass die Drainagierung von Streuwiesen ein zu großer Eingriff in die Natur sei. Dies 30, 40 Jahre später in einem so großen Zusammenhang wie dem Klimaschutz zu sehen sei spannend - seiner Ansicht nach lasse sich diese Erfahrung auch auf andere Umweltbereiche übertragen.

VdB auf Vorarlberg-Besuch

(APA)

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