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USA: Toller Verkaufsstart von Clinton-Buch

Mit einer Erstauflage von 1,5 Millionen Exemplaren hat am Dienstag in den USA der Verkauf der mit Spannung erwarteten Memoiren von Expräsident Bill Clinton begonnen.

Trotz weitgehend negativer Kritiken hoffen die Buchhändler auf einen Ansturm auf „My Life“. In New York, Washington und viele anderen Städten des Landes öffneten die Läden schon um Mitternacht, um die ersten Leser mit dem 35 Dollar teuren Buch zu versorgen.

„Es ist wie eine Harry-Potter-Manie für Erwachsene“, sagte der Buchhändler Michael Link in Washington. „So etwas haben wir seit J.K. Rowling nicht gesehen.“ Vor einer Filiale der Buchhandelskette Barnes & Noble stellten sich die Leser schon um 20.00 Uhr an, bei Verkaufsbeginn um Mitternacht warteten etwa 100 Menschen in der Schlange. „Das ist ein historischer Moment für mich“, sagte Margaret Woods, die das Buch möglichst schnell in den Händen halten wollte. „Als er Präsident war, ging es dem Land gut, die Menschen hatten Arbeit, der Haushalt war ausgeglichen, wir waren nicht im Krieg. Er hat vielen Menschen Hoffnung gegeben.“

Clinton feierte die Veröffentlichung seiner Memoiren am Montagabend mit einer Buchparty im Metropolitan Museum of Art in New York. Fast 1.000 Gäste waren zu der Feier erschienen, darunter Schauspielerin Lauren Bacall, Schriftstellerin Toni Morrison, Fernsehmoderatorin Barbara Walters und der Politiker Al Sharpton. Mit einem Augenzwinkern verwies Clinton auf den enormen Vorschuss von zehn Millionen Dollar, den ihm das Verlagshaus Alfred A. Knopf gezahlt haben soll. „Ich hoffe, mein Verleger holt sein Geld wieder heraus“, sagte er. Trotz des Vorschusses habe er an dem Buch so lange gearbeitet, „dass ich am Ende doch nur den Mindestlohn erhalten habe“.

Die politischen Gegner des Ex-Präsidenten wollten die Aussagen in „My Life“ nicht unwidersprochen lassen. So buchte Citizens United, eine konservative Lobbygruppe, Werbezeit während eines Interviews mit Clinton in der Sendung “60 Minutes“. In dem Spot hieß es, Clinton habe während seiner Amtszeit den Terrorismus nicht entschlossen genug bekämpft. Der konservative Talkshow-Moderator Rush Limbaugh erklärte, das Buch müsste eigentlich den Titel „My Lie“ (Meine Lüge) tragen.

Clinton hat stolz darauf verwiesen, dass er seine Memoiren allein und handschriftlich verfasst habe. Kritiker bemängelten, genau das sei beim Lesen deutlich zu spüren. Literaturkritiker Michiko Kakutani beschrieb das 957 Seiten starke Buch in der „New York Times“ als schludrig geschrieben, maßlos und oftmals schrecklich langweilig. Das Nachrichtenmagazin „Newsweek“ sprach von einem wenig aufregenden Leseerlebnis.

Bei Barnes & Noble ist man trotzdem überzeugt, dass das Buch ein Hit wird. Die Rezensionen beeinflussten die Verkaufszahlen absolut nicht, sagte der Vizepräsident des Unternehmens, Bob Wietrak. „Die Menschen kaufen das Buch, weil sie wissen wollen, was er sagt, nicht wie er es sagt.“ Bisher gingen allein in den USA zwei Millionen Vorbestellungen ein, damit ist die ersten Auflage bereits ausverkauft. Clinton ist damit als Buchautor wahrscheinlich bald erfolgreicher als seine Ehefrau, die Senatorin Hillary Rodham Clinton. Sie verkaufte nach Angaben ihres Verlags von ihrem Buch „Gelebte Geschichte“ insgesamt 2,3 Millionen gebundene Ausgaben und Taschenbücher. In Deutschland kommt „My Life“ am 8. Juli in den Handel.

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