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USA setzten laut Erdogan Frist für Auslieferung von Pastor

Der türkische Präsident griff den NATO-Partner erneut an
Der türkische Präsident griff den NATO-Partner erneut an ©APA (AFP)
Nach Angaben des türkischen Präsidenten Erdogan hatten die USA Ankara eine Frist für die Auslieferung des US-Pastors Pastors Andrew Brunson gesetzt. Allerdings sei diese bereits vergangenen Mittwoch abgelaufen gewesen, gab Erdogan am Sonntag vor seinen Anhängern in der Küstenstadt Trabzon Preis. Washington habe bei Gesprächen mit Sanktionen gedroht, wenn Ankara Brunson nicht freiließe.

Die beiden Länder streiten über den US-Pastor, der wegen Terrorvorwürfen in der Türkei festgesetzt ist. Ab Montag werden deshalb die US-Zölle auf Stahl aus der Türkei verdoppelt. Die türkische Landeswährung Lira brach unter anderem daraufhin ein. Insgesamt hat die Währung seit Jahresbeginn zum Dollar mehr als 70 Prozent an Wert verloren, zum Euro rund 61 Prozent.

In seiner Rede griff Erdogan nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur erneut den NATO-Partner USA an. “Ihr versucht, 81 Millionen Türken für einen Pastor zu opfern”, sagte er am Sonntag, ohne die USA direkt zu erwähnen, in der Stadt Trabzon. “Aber wir haben euren Plot durchschaut und wir fordern euch heraus.” Was die USA mit Provokation nicht erreicht haben, versuchten sie nun mit Geldpolitik zu erreichen, sagte Erdogan, und er bekräftigte: Es sei “ganz klar ein Wirtschaftskrieg”.

“Wieder sehen wir uns einer politischen und heimtückischen Verschwörung gegenüber, aber, so Gott will, werden wir auch diese überwinden”, sagte Erdogan. Eine Intervention des Internationalen Währungsfonds (IWF), den viele Beobachter anregen, lehnte er ab. “Wir wissen sehr gut, dass die, die uns ein Geschäft mit dem IWF vorschlagen, uns eigentlich vorschlagen, die politische Unabhängigkeit unsere Landes aufzugeben”, sagte er.

Er betonte erneut, dass es keine Wirtschaftskrise gebe. Wie in früheren Reden forderte er die Türken auf, Dollar und Euro in Lira umzutauschen. Es sei absurd zu denken, ein Land wie die Türkei könne durch ein Problem mit Wechselkursen aufgehalten werden. Außerdem forderte er die Türken auf, ihre Gastfreundschaft gegenüber Touristen weiter zu verbessern. “Denn sie bringen Euch Dollar (…).”

(APA)

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