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USA: Kerik als Heimatschutzminister nominiert

Im Zuge seiner Kabinettsumbildung hat US-Präsident George W. Bush am Donnerstag den früheren Polizeichef von New York, Bernard Kerik, als neuen Minister für Heimatschutz nominiert.

Kerik war Chef der New Yorker Polizei, als Attentäter am 11. September 2001 mit Flugzeugen das World Trade Center zum Einsturz brachten. Er leitete damals die Rettungsmaßnahmen, später war er für den Aufbau der irakischen Polizei zuständig. Überraschend wird es auch einen Wechsel an der Spitze der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen geben. Nach nur fünf Monaten im Amt reichte der US-Botschafter bei der UNO, John Danforth, seinen Rücktritt ein.

Bush würdigte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz die Leistungen Keriks im Weißen Haus. Kerik habe sein ganzes Leben dem Schutz seiner Landleute verschrieben und sei deshalb bestens qualifiziert. „ich bin dankbar, dass er eingewilligt hat, seine lebenslange Erfahrung und seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der Sicherheit in eine der wichtigsten Positionen der Regierung einzubringen“, sagte Bush.

Kerik versprach vollen Einsatz. „Ich verstehe die enorme Herausforderung, unser Land vor dem Terrorismus zu schützen“, sagte er. Seine Aufgabe wird es sein, die US-Grenzen und Häfen zu sichern, Pläne für Katastropheneinsätze zu entwickeln und Polizei und Nothelfer darauf vorzubereiten.

Kerik muss vom Senat noch bestätigt werden. Dies gilt angesichts der republikanischen Mehrheit als reine Formsache. Als Verantwortlicher für die innere Sicherheit der USA soll er künftig eine der Schlüsselpositionen der Regierung innehaben.

Keriks Vorgänger Tom Ridge hatte am Dienstag seinen Rücktritt erklärt. Als Begründung gab er an, er brauche mehr Zeit für seine Familie. Ridge hatte als erster die Spitze des neu geschaffenen Heimatministeriums übernommen, eines Mammutressorts mit rund 170.000 Mitarbeitern, das nach den Anschlägen vom 11. September als Zusammenschluss mehrerer unabhängiger Behörden geschaffen worden war. Es ist unter anderem für den Schutz der Grenzen, die Koordination von Geheimdienstinformationen und sonstige vorbeugende Maßnahmen gegen Terrorismus zuständig.

Ridges Nachfolger Kerik hatte sich durch seinen als besonnen gelobten Einsatz nach den Anschlägen auf das World Trade Center landesweit einen Namen gemacht. Als Berater des irakischen Innenministeriums befasste er sich später insbesondere mit dem Aufbau eines funktionierenden Polizeiapparats unter teilweise schwierigsten Bedingungen.

Keriks Memoiren lesen sich wie der Stoff, aus dem amerikanische Helden gemacht werden. „Im Laufe des Jahres 1956 geboren“, wird er als kleiner Junge von seiner alkoholkranken Mutter verlassen; dank des Kampfsports entwickelt sich der Schulabbrecher demnach zu einem Verfechter von Recht und Gerechtigkeit, wird Marinepolizist, dann Leibwächter der saudiarabischen Königsfamilie. Nach seiner Rückkehr machte er Karriere in der New Yorker Polizei.

Für Überraschung sorgte das Rückrittsgesuch von UNO-Botschafter Danforth. In seinem Schreiben erklärte er, er wolle künftig mehr Zeit mit seiner kranken Frau Sally verbringen. Berichte, hinter der Entscheidung stehe auch Frust, weil er nicht US-Außenminister wurde, wies ein Sprecher des 68-Jährigen zurück.

Nach Angaben des Außenministeriums reichte Danforth seinen Rücktritt am 22. November ein, wenige Tage, nachdem Bush seiner bisherige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zu seiner Außenministerin ernannt hatte. Danforth galt davor selbst als einer der Favoriten für die Nachfolge von Colin Powell. Als UNO-Botschafter bleibt er noch bis zum Beginn von Bushs zweiter Amtszeit am 20. Jänner im Amt.

Erst Anfang Juli war Danforth als Nachfolger von John Negroponte, der als Botschafter in den Irak ging, US-Vertreter bei den Vereinten Nationen geworden. Dort fiel er vor allem durch seine klare Sprache auf. Als in der vergangenen Woche erneut eine Resolution gegen die Menschenrechtsverletzungen im Sudan scheiterte, wetterte er wenig diplomatisch, an Tagen wie diesen frage er sich, „für was die UNO-Vollversammlung überhaupt zu gebrauchen ist“.

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