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USA: Irak-Truppen sollen reduziert werden

Die USA wollen ihre Truppen im Irak laut "New York Times" Anfang nächsten Jahres um bis zu ein Viertel reduzieren. Militärplaner sähen bedeutende Fortschritte im Kampf gegen die Aufständischen.

Auch die Ausbildung irakischer Truppen schreite voran, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Beamte des amerikanischen Verteidigungsministeriums (Pentagon) und Führungsoffiziere im Irak. Unterdessen wurden bei einer Großrazzia in Bagdad 65 Terrorverdächtige gefasst.

Überlegt werde der Abzug von 35.000 Soldaten, schrieb die „New York Times“. Zur Zeit sind rund 140.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Der Aufwand kostet die US-Regierung nach Angaben der Zeitung mehr als vier Milliarden Dollar pro Monat. Der neue irakische Staatspräsident Jalal Talabani hatte am Wochenende erklärt, die US- Truppen müssten noch zwei Jahre im Land bleiben. In diesem Zeitraum könne es geschafft werden, die neue Armee aufzubauen.

Die US-Beamten verwiesen darauf, dass die Zahl der Attentate und Anschläge Aufständischer deutlich zurückgegangen sei, von rund 140 pro Tag vor den Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung Ende Jänner auf heute 30 bis 40. Viele der Anführer seien in den vergangenen Wochen gefangen genommen oder getötet worden. Iraker lehnten Einschüchterungsversuche immer öfter ab und gäben Hinweise auf Verstecke von mutmaßlichen Bombenlegern.

Rekrutierung der Aufständischen läuft

Allerdings werde die Zahl der Kämpfer wie schon im vergangenen Herbst weiterhin auf 12.000 bis 20.000 geschätzt, berichtete die Zeitung. Die Aufständischen hätten offenbar nach wie vor keine Probleme, neue Anhänger zu rekrutieren. Inzwischen seien nach offiziellen Zahlen auch 152.000 Iraker als Soldaten und Polizisten ausgebildet worden, allerdings sei unklar, ob diese auch wirklich alle im Dienst seien.

Bei der Großrazzia in Bagdad haben mehr als 500 irakische Sicherheitskräfte gemeinsam mit US-Soldaten 65 Terrorverdächtige gefasst. Die Soldaten hätten mehr als 90 Gebäude durchsucht, teilte ein US-Militär-Sprecher mit. Die Festgenommenen sollen unter anderem Attentate und Entführungen begangen haben. Unterdessen griffen Aufständische 80 Kilometer nördlich von Bagdad einen von US-Truppen bewachten Lkw-Konvoi an. Ein türkischer Lastwagenfahrer wurde dabei getötet, teilte ein irakischer Militärsprecher mit.

Bei einem dreifachen Selbstmordanschlag an der syrischen Grenze im Westen des Irak sind am Montag mindestens zwei Soldaten verletzt worden. Drei Selbstmordattentäter hätten sich an einem Stützpunkt der US-Armee in El Kaim, rund 400 Kilometer westlich von Bagdad, in Fahrzeugen in die Luft gesprengt, sagte eine US-Armeesprecherin. Unklar war zunächst, ob es sich bei den Verletzten um irakische Soldaten oder um Angehörige der US-geführten internationalen Truppen handelte.

Bereits am Sonntag wurden ein Mitglied des Provinzrates von Mossul und sein Fahrer US-Armeeangaben zufolge auf offener Straße in der nordirakischen Stadt erschossen worden. Schon am Montag vergangener Woche wurde einer der Entführer der im vorigen Jahr verschleppten französischen Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot festgenommen. Wie das irakische Verteidigungsministerium in Bagdad mitteilte, wurde der Mann bei einem Einsatz der irakischen Armee gefasst und hat die Beteiligung an der Entführung und an weiteren „terroristischen“ Aktivitäten gestanden.

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