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USA: Finger im Chili - Alles nur Schwindel?

Einen Monat nach ihrer Aufsehen erregenden Aussage, sie habe beim Verspeisen eines Chili-Gerichts in einem Schnellrestaurant auf einen menschlichen Finger gebissen, hat die Polizei von Las Vegas eine Frau festgenommen.

Einzelheiten teilten die Behörden am Freitag zunächst nicht mit. Nachdem das Betrugsdezernat vergeblich nachzuvollziehen suchte, wie der manikürte Finger in das Essen gekommen sein könnte, begann sich der Verdacht gegen die Frau zu richten. Es stellte sich heraus, dass sie in den vergangenen Jahren bereits ein halbes Dutzend Prozesse geführt hat.

Gerichtsunterlagen zufolge verklagte sie 1998 einen Exchef wegen sexueller Belästigung, 2000 klagte sie erfolglos gegen ein Autohaus, weil sich ein Rad von ihrem Wagen gelöst habe. Auch gegen ein weiteres Schnellrestaurant ging die Frau bereits juristisch vor. Ihre Familie erhielt nach ihrer Aussage von einer Imbisskette in Las Vegas Geld für ärztliche Behandlungskosten, nachdem ihre Tochter nach einem Essen dort erkrankt war. Das Unternehmen streitet das aber ab.

Die Frau hatte erklärt, am 22. Mai in einem Essen der Restaurantkette Wendy’s in San Jose den Finger gefunden zu haben. Von einer zunächst angekündigten Klage rückte sie später ab. Vor zwei Wochen durchsuchten die Ermittler ihre Wohnung.

Wendy’s hat nach den Berichten über den Vorfall Umsatzeinbußen in Nordkalifornien hinnehmen müssen, die nach Angaben des Unternehmens zu Kurzarbeit und Entlassungen führten. Die Restaurantkette heuerte Privatdetektive an, schaltete eine Hotline und setzte eine Belohnung von 100.000 Dollar (76.580 Euro) für Hinweise zur Aufklärung des Vorfalls aus.

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