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USA: Drohungen gegen Schulen und Unis

Das war leider zu erwarten: Nach dem Amoklauf in Blacksburg haben potenzielle Nachahmer Schulen und Universitäten in den USA mit Morddrohungen in Panik versetzt.

Viele Drohungen bezogen sich auch auf den achten Jahrestag des Massakers an der Columbine Highschool in Littleton am (heutigen) Freitag. In Virginia rief Gouverneur Timothy Kaine einen Trauertag aus. Für den Mittag war eine Schweigeminute in Gedenken an die 32 Opfer des Amokläufers Cho Seung Hui geplant.

Die Polizei erklärte, sie sei enttäuscht darüber, dass der Fernsehsender NBC Videos und Fotos verbreitet habe, die der Sender am Mittwoch von Cho erhalten hatte. Die großen Sender kündigten an, sie wollten die Berichterstattung über die Hassbotschaften des Amokläufers einschränken. Die Aufnahmen zeigten jedoch bereits Wirkung: Angesichts von Todesdrohungen wurden von Miami bis Seattle mehrere Schulen und Universitäten vorsorglich geschlossen. Mindestens zwei Schüler wurden festgenommen, weil sie Waffen in die Schule mitbrachten.

In San Diego drohte ein Web-Designer, 50 Menschen an der Universität töten zu wollen. Der 32-jährige alarmierte selbst eine Fernsehstation, um Publizität zu erzeugen, teilte die Bundespolizei FBI mit. In dem kalifornischen Schulbezirk Yuba bei Sacramento wurden alle Schulen geschlossen, nachdem ein Mann gedroht hatte, das Massaker an der Virginia Tech klein erscheinen zu lassen. 12.000 Schüler kamen so zu einem verlängerten Wochenende. Der Unterricht soll am Montag wieder aufgenommen werden.

In Michigan wurde ein 26-jähriger Student festgenommen, der sich im Internet lobend über den Amokläufer von Blacksburg äußerte. Das Kalamazoo Valley Community College wurde bis Montag geschlossen. In Seattle wurde ein Oberschüler verhaftet, der mit drei geladenen Schusswaffen und zusätzlicher Munition zum Unterricht kam. In Bismarck im US-Staat North Dakota wurde ein 20-jähriger festgenommen, der das Massaker in Virginia in einem Blog als lustig bezeichnete und die Absicht äußerte, es dem Amokläufer nachtun zu wollen. In Fort Smith, Arkansas, wurde ein Schüler festgenommen, der in einem Klassenraum eine Botschaft schrieb, er wolle „ein Held“ wie Cho sein.

In St. Augustine/Florida wurde ein 14-jähriger wegen E-Mails festgenommen, in denen er Freunden ankündigte, das Virginia-Massaker mit 100 Toten übertreffen zu wollen. An der texanischen St. Edward’s Universität in Austin gingen am Donnerstag zwei Bombendrohungen ein – es war der dritten Tag in Folge, dass Drohungen gegen die Hochschule ausgesprochen wurden.

Angehörige von Cho in Südkorea erklärten, bei ihm sei in den Vereinigten Staaten Autismus diagnostiziert worden. Chos Großtante Kim Yang Soon sagte, der Junge habe schon als Kind wenig gesprochen und immer sehr kalt gewirkt. In den USA sei den Eltern dann gesagt worden, dass Cho an Autismus leide. Cho war mit seinen Eltern 1992 in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Seit der Bluttat werden seine Mutter und sein Vater von den Behörden streng bewacht. Ihr Aufenthaltsort ist nicht bekannt, wie der südkoreanische Botschafter in Washington, Lee Tae Sik am Freitag erklärte.

Einer der Helden des Universitätsmassaker in Blacksburg, der israelische Professor Liviu Librescu, ist unterdessen am Freitag in Israel beigesetzt worden. „Ich bin so stolz auf dich“, sagte sein Sohn Joe bei der Beerdigung in Raanana bei Tel Aviv vor etwa 300 Trauergästen. Der 76-jährige Librescu hatte bei dem Amoklauf eines Studenten an der Hochschule im US-Staat Virginia die Tür des Klassenraums versperrt, um den Schülern die Flucht durch die Fenster zu ermöglichen. Er war dabei erschossen worden. Ein rumänischer Diplomat übergab der Familie am Freitag einen Orden seines Staates. Librescu wurde in Rumänien geboren und hatte den Holocaust überlebt.

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