USA: Bushs Schwächen rücken in den Mittelpunkt

Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, John Kerry, hat seit seiner Nominierung auf dem Wahlparteitag Ende Juli in Boston bei den Wählern an Profil gewonnen.

Mittlerweile rückt allerdings wieder der republikanische Amtsinhaber George W. Bush in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses – und damit auch dessen mögliche Hürden auf dem Weg zu einer Wiederwahl im November.

Da ist zum einen der Irak-Krieg, den viele Amerikaner inzwischen für einen Fehler halten. Zum anderen herrscht bei den Wählern Skepsis hinsichtlich der Wirtschaftspolitik von Bush und seiner Republikanischen Partei.

Bushs Herausforderer Kerry schneidet nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP vor allem in puncto Ehrlichkeit, Intelligenz und Sympathie besser ab als der Amtsinhaber. Und selbst in der Frage, wer das Land am besten schützen könne, holte Kerry seit dem Parteitag auf. Anders als zunächst im Bush-Lager befürchtet, schaffte es Kerry jedoch nicht, in landesweiten Umfragen einen größeren Vorsprung herauszuholen. Bush und Kerry liegen in Meinungsumfragen immer noch dicht auf.

Und der Nominierungsparteitag der Republikaner, auf dem Bush offiziell als Kandidat für eine zweite Amtszeit gekürt werden wird, steht immerhin noch bevor. Die Versammlung findet vom 30. August bis zum 2. September in New York statt. „Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass wir so eng aus dem (demokratischen) Parteitag hervorgehen würden, den hätte ich für betrunken oder verrückt erklärt“, meinte Bushs Wahlkampfstratege Matthew Dowd.

Das Wahlkampflager Kerrys beurteilt die Umfragen natürlich ganz anders. Kerrys Sprecherin Debra DeShong nannte die jüngsten Erhebungen „eine gute Nachricht“. „Wir haben bei den Werten zugelegt, bei denen wir zulegen wollten“, sagte sie. Immerhin sind nach einer Erhebung von AP und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos von Anfang August 59 Prozent der registrierten Wähler der Ansicht, dass sich das Land auf dem falschen Kurs befinde. Im Juli waren lediglich 56 Prozent dieser Ansicht. Nur 46 Prozent sind mit Bushs Wirtschaftspolitik zufrieden, gegenüber 49 im Juli. Und die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass der Irak-Krieg ein Fehler war. Bei einer Erhebung im April stimmten dem nur 40 Prozent zu.

Eine Mehrheit traut Bush jedoch mehr Stärke und Entschlossenheit zu als Kerry. Den demokratischen Kandidaten hält allerdings eine Mehrheit der Befragten für ehrlicher.

Nach Ansicht der republikanischen Wahlstrategen hat Kerry auf dem Parteitag der Demokraten zwei große Fehler begangen. Zum einen waren Kerry und seine Helfer in ihren Reden zu wenig offensiv gegenüber Bush. Zum anderen wurde zu wenig über das politische Programm Kerrys gesprochen.

Beide Fehler wollen die Republikaner nach eigenem Bekunden bei ihrem Parteitag in New York nicht machen. So will Bush seinen Herausforderer hart angehen. Außerdem will das Weiße Haus eine Agenda für eine zweite Amtszeit Bushs vorlegen, die teilweise schon vor dem Parteitag vorgestellt werden soll. Im Kampf um die vielleicht entscheidenden Stimmen der Wechselwähler will sich Bush auch mehr der politischen Mitte zuwenden.

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