USA: Bush erlaubt Truppen Tötung

US-Präsident George W. Bush hat einem Zeitungsbericht zufolge die amerikanischen Truppen im Irak zur Tötung oder Gefangennahme iranischer Agenten ermächtigt.

Mit der im Herbst erteilten Vollmacht solle der Einfluss Irans in der Region geschwächt und Teheran zur Aufgabe seines Atomprogramms gezwungen werden, berichtete die „Washington Post“ am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise. Das Weiße Haus wollte den Bericht nicht kommentieren.

US-Soldaten hätten bereits Dutzende Iraner für mehrere Tage in Gewahrsam genommen, Fingerabdrücke sowie DNA-Proben genommen und sie fotografiert, berichtete die Zeitung weiter. Die Ermächtigung gelte für Mitglieder des iranischen Geheimdienstes und der Revolutionsgarde, nicht aber für Zivilisten oder Diplomaten des Landes.

Im US-Außenministerium und im Pentagon gebe es jedoch auch Skepsis gegenüber den Plänen, hieß es in dem Bericht weiter. CIA-Direktor Michael Hayden befürchte, dass Iraner als Vergeltung US-Personal im Irak entführen könnten. Außenministerin Condoleezza Rice unterstütze den Plan, habe jedoch auch Bedenken hinsichtlich der Risiken geäußert.

In den letzten Wochen waren bei drei US-Razzien im Irak mehrere Iraner festgenommen worden. Der scheidende US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, hatte zuletzt erklärt, in den kommenden Tagen würden Details zu den Vorwürfen gegen die Festgenommenen genannt. Die USA fahndeten nach einem Netzwerk iranischer Agenten, die die Basis für das Engagement im Irak bildeten. Die USA werfen dem Iran vor, schiitische Extremisten im Irak mit Waffen und Geldern zu unterstützen.

Die iranische Oppositionsbewegung der Volksmujaheddin hat der Regierung in Teheran vorgeworfen, zehntausende Agenten im benachbarten Irak angeworben zu haben. Die iranischen Herrscher hätten im Irak „ein Netzwerk des Terrors und des Mordes“ mit gut 30.000 Agenten aufgebaut, sagte der Sprecher des Nationalen Widerstandsrats, Javad Dabiran, am Freitag in Berlin. Eine geheime Liste der iranischen Kod-Armee, auf der die Namen, Kontonummern und Gehälter der mutmaßlichen Agenten aufgelistet seien, zeige, dass derzeit 31.690 Iraker für Teheran tätig seien. Hier seien allerdings nur Kräfte aufgeführt, die die direkt von der den iranischen Revolutionsgarden nahe stehende Kod-Armee verpflichtet wurden.

Der Iran schleuse zudem jeden Monat mehrere Millionen Dollar Bargeld sowie Waffen in den Irak, sagte Dabiran weiter. Zuvor hatte bereits die US-Regierung Teheran vorgeworfen, mit Agenten im Irak die Lage in dem von Aufständen erschütterten Land beeinflussen zu wollen.

Bei mehreren Anschlägen kamen wieder zahlreiche Menschen ums Leben. Bei einer Bombenexplosion auf einen Haustiermarkt in der irakischen Haupstadt Bagdad starben mindestens 15 Menschen. Die Zahl der Verletzten wurde von den Behörden mit rund 30 angegeben, berichtete die private Nachrichtenagentur „Stimmen des Irak“. Der Tiermarkt im Stadtteil Karrada ist einer der ältesten Märkte im Land. Zuvor war noch von einem weiteren Anschlag in Bagdad die Rede gewesen. Diese Meldungen wurden später aber nicht bestätigt.

In der nordirakischen Stadt Mossul riss nach Angaben aus Polizeikreisen am Freitag jedoch ein Selbstmordattentäter sieben Menschen mit in den Tod. 17 weitere seien verletzt worden, hieß es aus den Kreisen. Den Angaben zufolge sprengte sich der Attentäter in einer schiitischen Moschee am Stadtrand in die Luft. Der Vorfall ereignete sich nach dem Freitagsgebet. Mossul liegt rund 390 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernt.

Bereits am Donnerstagabend waren bei der Explosion einer Autobombe in Karrada mindestens 25 Menschen getötet worden. Rund 100 Menschen wurden dabei verletzt. Wie der arabische Fernsehsender Al-Jazeera berichtete, hatte ein Selbstmordattentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen in eine Polizeipatrouille gesteuert.

Mindestens drei Menschen starben am Freitag durch Einschläge von Mörsergranaten in zwei Dörfern im Bezirk Muktadija, knapp 110 Kilometer nordwestlich von Bagdad. Die Behörden schätzten die Zahl der Verletzten auf rund 20.

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