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USA: Bush entschuldigt sich für Misshandlung

Der US-Präsident George W. Bush hat sich am Donnerstag für die Misshandlung von irakischen Kriegsgefangenen entschuldigt.

Er sagte dem jordanischen König Abdullah bei dessen Besuch in Washington: „Die Misshandlungen, die die irakischen Gefangenen und deren Familien erlitten haben, tun mir Leid.“ Bush räumte auch ein, dass Amerikas Ansehen schwer beschädigt sei. Die Vorfälle seien „ein Fleck auf der Ehre unseres Landes und dem Ansehen unseres Landes“, sagte Bush.

Bush stellte sich aber auch hinter den in die Kritik geratenen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der sich am Freitag einer öffentlichen Senatsanhörung über die Misshandlungen stellen muss. „Er ist ein wichtiger Teil meines Kabinetts und er wird in meinem Kabinett bleiben.“ Über eine Aussprache mit Rumsfeld am Mittwoch sagte Bush: „Ich habe ihm gesagt, dass ich über die Bilder und den Bericht informiert hätte sein sollen.“ Das Pentagon hatte bereits vor zwei Monaten einen Bericht über Gefangenenmisshandlungen vorgelegt. Aber erst am Wochenende wurden die Vorgänge durch Medienberichte bekannt.

Besonders die oppositionellen Demokraten fordern den Rücktritt Rumsfelds. Der Demokrat Tom Harkin forderte als erster Senator die Ablösung des Verteidigungsministers, während dessen republikanische Parteifreunde wie Senator John McCain zumindest Erklärungsbedarf bei „Rumsfeld und anderen“ ausmachte. Rumsfeld sagte wegen der Vorbereitung auf seine Senatsanhörung kurzfristig eine Rede in Philadelphia ab.

Bush holte am Donnerstag nach dem Treffen mit Abdullah das nach, was ihm nach den Interviews mit arabischen Sendern am Mittwoch als Versäumnis vorgehalten worden war: dass er keine Entschuldigung ausgesprochen hatte. Im Rosengarten des Weißen Hauses sagte er mit Abdullah II. an seiner Seite, es tue ihm gleichermaßen Leid, dass die Menschen, die diese Bilder gesehen haben, nicht die wahre Natur und das Herz Amerikas verstünden.

Der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz verurteilte die an den Misshandlungen beteiligten Soldaten scharf. „Sie haben ihre Kameraden verraten, die jeden Tag ehrenvoll ihre Pflicht tun, und sie haben die Sache beschädigt, für die tapfere Männer und Frauen kämpfen und sterben.“ Es werde alles getan, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Auch in Großbritannien sind weitere angebliche Misshandlungsfälle von irakischen Gefangenen durch Soldaten bekannt geworden. Er habe beobachtet, wie einige seiner Kameraden Gefangene getreten und geschlagen hätten, berichtete ein Soldat der Boulevardzeitung „Daily Mirror“ (Freitagausgabe). Die Iraker seien mit Säcken über dem Kopf und ihren Händen hinter dem Kopf hereingeführt worden. Das sei noch „normal“, sagte der Soldat. Dann aber hätten Soldaten den Gefangenen „die Scheiße aus dem Leib geprügelt“. Wenn die Iraker danach die Säcke vom Kopf gezogen hätten, habe er ihre Gesichter sehen können, und diese hätten wie Brei ausgeschaut.

Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die genannten Fälle hätten nichts mit den bisher bekannten Vorwürfen zu tun: „Das ist ein neuer Soldat mit möglicherweise neuen Anschuldigungen.“ Die Militärpolizei habe bereits mit dem Mann gesprochen und werde ihre Ermittlungen fortführen.

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