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USA: 800 Menschen verabschiedeten Schiavo

Mit einer bewegenden Trauerfeier haben mehr als 800 Menschen in Florida Abschied von Terri Schiavo genommen. Sie wurde als "Inspiration" für Millionen Menschen gewürdigt. Ihr Ehemann war nicht anwesend.

Priester Frank Pavone, ein bekannter Abtreibungsgegner, beschwor die Gläubigen, Schiavos Andenken zu ehren, in dem sie sich mit Vehemenz gegen die Sterbehilfe einsetzen.

„Gott ruft uns auf, von hier aus eine Kultur des Lebens zu bauen“, sagte er bei dem katholischen Gottesdienst am Dienstagabend. Auf dem Altar stand neben Schiavos Bild auch ein Foto des am Samstag gestorbenen Papst Johannes Paul II.

Die Trauerfeier war von den Eltern Schiavos, Bob und Mary Schindler, vorbereitet worden. Ehemann Michael Schiavo, der seit zwölf Jahren mit der Familie zerstritten ist, war nicht dabei. Er plant nach Angaben seines Anwalts eine eigene Trauerfeier. Schiavo hatte die sterblichen Überreste seiner Frau entgegen den Bitten der Eltern einäschern lassen und will sie im Familiengrab in Pennsylvania beisetzen lassen. Ein Termin dafür war noch nicht bekannt.

Das Schicksal der 41-Jährigen, die nach einem Herzstillstand 15 Jahre in einem Wach-Koma lag, hatte in den vergangenen zwei Wochen weltweit Schlagzeilen gemacht. Der Ehemann wollte seine Frau sterben lassen und hatte nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit den Eltern durchgesetzt, dass ihr die Magensonde entfernt wurde. Vor dem Hospiz in Florida protestieren jeden Tag Dutzende Sterbehilfegegner. Schiavo starb vergangenen Donnerstag nach mehr als 13 Tagen ohne Nahrung und Wasser.

Die kleine „Most Holy Name of Jesus“-Kirche war völlig überfüllt, Dutzende Menschen lauschten den Würdigungen draußen auf den Stufen. Die Eltern litten wie alle Eltern, deren Kind ermordet worden sei, sagte Pater Paul O’Donnell, ein Sprecher der Schindlers. Sie wollten ihre ganze Energie nun dafür einsetzen, dass anderen Schwerbehinderten ein ähnliches Schicksal erspart bleibe.

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