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Hunderte fordern in Ägypten Freilassung von Abd el-Fattah

US-Präsident Biden auf dem Weg in den Flieger Air Force One
US-Präsident Biden auf dem Weg in den Flieger Air Force One ©APA/AFP
Hunderte Menschen haben auf der Weltklimakonferenz COP27 in Ägypten für die Freilassung des Demokratieaktivisten Alaa Abd el-Fattah sowie anderer politischer Gefangener demonstriert. "Lasst sie alle frei" und "Keine Klimagerechtigkeit ohne Menschenrechte" skandierten sie laut AFP-Journalisten am Samstag auf dem Konferenzgelände in Sharm el-Sheikh. Unter den Teilnehmern war auch Abd el-Fattahs Schwester Sanaa Saif, die sich schon zuvor für ihren Bruder eingesetzt hatte.

Abd el-Fattah ist seit sieben Monaten im Hungerstreik und schwebt in Lebensgefahr. Seit dem Beginn der Weltklimakonferenz am vergangenen Sonntag trinkt er nichts mehr. Die Behörden lassen weder seine Familie noch seinen Anwalt zu ihm. Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, Abd el-Fattah sei "bei guter Gesundheit" und werde "medizinisch behandelt". Seine Unterstützer vermuten, dass er zwangsernährt wird.

Angesichts der Weltklimakonferenz in Ägypten erfährt der Fall des 40-Jährigen große Aufmerksamkeit. US-Präsident Joe Biden erörterte am Freitag bei einem Treffen mit seinem ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah al-Sisi das Thema Menschenrechte. Das Weiße Haus hatte sich vor Bidens Abreise nach Ägypten zutiefst besorgt" über den Gesundheitszustand der Hungerstreikenden geäußert.

Am Freitagabend reichten Abd el-Fattahs Anwalt und seine andere Schwester, Mona Saif, ein Gnadengesuch beim ägyptischen Präsidenten ein. Daraufhin plädierte auch der einflussreiche ägyptische Talkshow-Moderator Amr Adib, ein enger Anhänger von Präsident al-Sisi, für eine Begnadigung des 40-Jährigen.

Abd el-Fattah war eine wichtige Figur des Arabischen Frühlings 2011 in Ägypten - der Revolution, die zum Sturz des langjährigen Autokraten Hosni Mubarak führte. Der Aktivist und Blogger wurde 2021 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Inhaftiert ist er bereits seit 2019. Abd el-Fattah soll "Falschinformationen" verbreitet haben - ein gängiger Vorwurf gegen Dissidenten.

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen gibt es in Ägypten etwa 60.000 politische Gefangene, die unter brutalen Bedingungen und in überfüllten Zellen festgehalten werden.

(APA/AFP)

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