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US-Präsidentenwahl: Die wichtigsten Bewerber

©AP
Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in den USA ist das Rennen so offen wie lange nicht mehr. Erstmals seit 1928 geht weder ein amtierender Präsident noch ein amtierender Vizepräsident ins Rennen. Keiner der 16 Kandidaten kann also auf einen Amtsbonus setzen.

In beiden Parteien hat sich bereits eine Spitzengruppe vom Rest der Bewerber abgesetzt. Im Folgenden Porträts der aussichtsreichsten Anwärter für die Kandidatenkür bei den Demokraten und den Republikanern im kommenden Jahr:

HILLARY CLINTON ist derzeit die große Favoritin. Die 60-jährige Demokratin streicht im Wahlkampf ihre lange politische Erfahrung heraus: Als Frau von Ex-Präsident Bill Clinton (1993-2001) hat sie bereits acht Jahre im Weißen Haus verbracht. Hillary Clinton will als erste Frau im US-Präsidentenamt den Irak-Krieg beenden, das Ansehen der USA im Ausland verbessern und das Gesundheitswesen reformieren. Im parteiinternen Rennen um die Kandidatur führt sie klar mit etwa 50 Prozent Zustimmung – und nach derzeitigen Stand könnte sie bei der Wahl jeden republikanischen Gegenkandidaten schlagen.

BARACK OBAMA präsentiert sich als Garant für einen politischen Neubeginn. Der 46-jährige Senator ist die große Nachwuchshoffnung seiner Demokratischen Partei. Bei seinen Auftritten wird der talentierte Redner umjubelt wie ein Rockstar. Obama wäre der erste farbige Präsident in der US-Geschichte. Er hebt hervor, dass er anders als Clinton von Anfang an gegen den Krieg im Irak war. Kritiker halten Obama einen Mangel an Erfahrung vor. Im Rennen um die Kandidatur der Demokraten liegt er mit gut 22 Prozent hinter Clinton auf Platz zwei.

JOHN EDWARDS tritt als das soziale Gewissen der US-Demokraten auf. Er setzt vor allem auf Arbeitnehmer, die traditionelle Klientel der Demokraten. Der 54-jährige Ex-Senator hat sich vom Befürworter zum Gegner des Irak-Kriegs gewandelt und verspricht Krankenversicherung für alle US-Bürger. Bei der letzten Wahl 2004 war Edwards an der Seite John Kerrys als Kandidat für die Vizepräsidentschaft unterlegen. In Umfragen liegt er konstant mit etwa 13 Prozent auf dem dritten Platz hinter Clinton und Obama.

RUDOLPH GIULIANI liegt in der Gunst der Republikaner vorn. Der frühere Bürgermeister von New York setzt auf den Heldenstatus, der ihm durch sein Krisenmanagement bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center 2001 zugewachsen ist. Giuliani will den Einsatz im Irak fortführen und setzt auf militärische Stärke gegen den Terrorismus. Viele Konservative verübeln dem zweifach Geschiedenen sein Eintreten für das Recht auf Abtreibung. In Umfragen wünschen sich knapp 30 Prozent den 63-Jährigen als Kandidaten der Republikaner.

MITT ROMNEY bietet sich als Manager-Typ mit langer Karriere im Geschäftsleben an. Der 60-Jährige wurde als Investmentbanker reich, hat die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City gemanagt und war Gouverneur von Massachusetts. Romney war früher liberal, präsentiert sich nun aber als konservativ. Auf Skepsis stößt zudem, dass er Mormone ist. Romneys größte Hoffnung: Er führt Republikaner-intern derzeit in den ersten Vorwahlstaaten Iowa und New Hampshire vor Giuliani, frühe Siege könnten ihn zur Nominierung tragen. USA-weit liegt er bei zwölf Prozent.

FRED THOMPSON ist der Überraschungskandidat der Vorwahlsaison. Der erfolgreiche TV-Schauspieler und frühere Senator stieg erst im September ins Rennen der Republikaner ein. Vor allem Parteifreunde vom konservativen Flügel hatten um ihn geworben, dort hat er seine Machtbasis. Seine ersten Wahlkampfauftritte wurden aber weithin als undynamisch und wenig überzeugend kritisiert. Trotzdem liegt der 65-Jährige zur Zeit USA-weit im Rennen um die republikanische Kandidatur mit etwa 18 Prozent auf Platz zwei hinter Giuliani.

JOHN McCAIN ist der große Verlierer der Vorwahlsaison. Als Favorit der Republikaner gestartet, werden dem Senator kaum mehr Chancen eingeräumt. Seine Unterstützung für den Irak-Krieg und die Zuwanderungsreform kostete ihn Zustimmung, sein Wahlkampfapparat entging nur knapp der Finanzpleite. Der 71-Jährige wäre der älteste neu gewählte Präsident der US-Geschichte. Landesweit liegt er derzeit bei etwa 13 Prozent.

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