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US-Pipelinebetreiber bezahlte Hackern Lösegeld

Der Schaden geht weit über die Lösegeldzahlung hinaus
Der Schaden geht weit über die Lösegeldzahlung hinaus ©APA/AFP
Der Betreiber der größten US-Benzin-Pipeline Colonial hat erstmals öffentlich eine millionenschwere Lösegeldzahlung an Computer-Hacker eingeräumt. Er habe die Zahlung in Höhe von 4,4 Millionen Dollar (3,6 Mio. Euro) autorisiert, sagte Colonial-Chef Joseph Blount dem "Wall Street Journal". "Ich weiß, dass es eine hochkontroverse Entscheidung war." Colonial hatte den Betrieb der wichtigen Pipeline zeitweise komplett eingestellt.

Doch das Unternehmen sei sich über das Ausmaß der verursachten Systemschäden unsicher gewesen und habe nicht einschätzen können, wie lange es dauern würde, bis die Pipeline wieder ans Netz gehen könne. Die Lösegeldzahlung sei deshalb im Interesse des Landes richtig gewesen. "Es ist mir nicht leicht gefallen", erklärte Blount.

Colonial war Ziel eines Hacker-Angriffs geworden und hatte den Betrieb der Pipeline, durch die etwa 45 Prozent aller an der US-Ostküste verbrauchten Kraftstoffe laufen, deshalb zeitweise komplett eingestellt. In Teilen der USA kam es darum in der vergangenen Woche zu Benzinengpässen und mitunter auch zu Turbulenzen an Tankstellen. Inzwischen läuft die Pipeline laut Colonial aber wieder.

Die Lösegeldzahlung erfolgte nach Informationen des "Wall Street Journal" am 7. Mai in der Digitalwährung Bitcoin. Die im Gegenzug von den Hackern bereitgestellten Entschlüsselungs-Tools hätten jedoch nicht ausgereicht, um das System wieder voll herzustellen. US-Behörden raten Unternehmen dringend davon ab, Lösegeld zu zahlen, um Cyber-Kriminellen keine Anreize für Erpressungen zu bieten.

(APA/dpa)

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