US-Luftwaffe greift Jihadisten-Stellungen im Irak an

US-Kampfflugzeuge hätten IS-Stellungen angegriffen
US-Kampfflugzeuge hätten IS-Stellungen angegriffen ©AP
Die US-Luftwaffe hat Stellungen der radikal-islamische Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Nordirak angegriffen. Auch Frankreich will sich an den Einsätzen gegen IS-Stellungen beteiligen.
USA genehmigt Luftangriffe
IS übernimmt größte Christenstadt

US-Kampfflugzeuge hätten IS-Stellungen angegriffen, nachdem die Jihadisten die Kurdenhauptstadt Erbil mit Artillerie beschossen hätten, erklärte Pentagon-Sprecher John Kirby am Freitag. Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama “gezielte Luftangriffe” genehmigt, um einen Völkermord zu verhindern und den Vormarsch der Extremisten zu stoppen.

Bomben auf IS-Kämpfer

Die Angriffe auf die IS-Stellung seien mit Kampfjets vom Flugzeugträger “George H.W. Bush” geflogen werden, der bereits im Juni in den Persischen Golf verlegt worden war, hieß aus dem Pentagon. Zwei F18-Kampfjets hätten 220 Kilogramm schwere Bomben nahe Erbil abgeworfen, berichtete der TV-Sender NBC. Der Sender CNN berichtete von lasergelenkten Präzisionsbomben.

Mit dem Militäreinsatz will Obama den Vormarsch der IS-Kämpfer auf die Hauptstadt der autonomen Kurdenregion stoppen. Dort haben US-Militärberater ein gemeinsames Einsatzzentrum mit der irakischen Armee eingerichtet, zudem gibt es dort ein US-Generalkonsulat.

Auch Frankreich rüstet sich

Nach den USA hat sich auch Frankreich bereit erklärt, den Vormarsch der IS-Kämpfer im Irak zu stoppen. “Die internationale Gemeinschaft kann die Gefahr nicht ignorieren, die der Vorstoß dieser terroristischen Gruppe darstellt”, erklärte Präsident Francois Hollande am Freitag in Paris.

Nicht nur die Stabilität des Irak, sondern die der ganzen Region stehe auf dem Spiel. “Frankreich wird mit den USA und anderen internationalen Partnern erörtern, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um dem Leiden der Zivilbevölkerung ein Ende zu setzen.” Frankreich sei bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Irakischer Armeechef erwartet Erfolg

Nach dem Eingreifen der US-Luftwaffe erwartet die irakische Armee schnelle Erfolge. “In den kommenden Stunden wird es an Ort und Stelle enorme Veränderungen geben”, sagte der irakische Armeechef Babaker Zebari noch am Freitag.

Nach Angaben Zebaris arbeiten irakische Offiziere und kurdische Peschmerga-Kämpfer mit der US-Armee bei der Auswahl der Angriffsziele zusammen.

“IS in zwei bis drei Monaten geschlagen”

Durch die Luftschläge der USA kann das von IS nach Einschätzung von Experten relativ rasch gestoppt werden. Mit regionaler und internationaler Unterstützung könne die Gruppe in zwei bis drei Monaten geschlagen werden, sagte der Nahost- und Energiesicherheits-Experte Behrooz Abdolvand vom Centre for Caspian Region Studies (BC CARE) von der Freien Universität Berlin am Freitag der AFP. “Die Iraker brauchen keine Manpower, sie brauchen Luftunterstützung”, fügte er hinzu.

Dass US-Präsident Barack Obama nun Luftschläge billigte, nachdem die IS-Kämpfer bereits seit Wochen im Irak vorrücken, führte der Experte unter anderem auf die verstärkte Militärhilfe für Bagdad aus Russland und dem Iran zurück. Mit Blick auf den einstigen Einsatz der USA in dem Land sagte er, für Washington “sollten nicht die Russen und die Iraner die Gewinner” sein.

Abdolvand verwies zudem darauf, dass die Zentralregierung in Bagdad und die Kurden im Nordirak nun im Kampf gegen die Islamisten zusammenarbeiteten. Um IS zu stoppen, sollten zudem “die westlichen Staaten verhindern, dass die Türkei IS bewaffnet”, fügte er hinzu.

Die USA griffen am Freitag erstmals in die Kämpfe im Norden Iraks ein und bombardierten Stellungen der Milizen des Islamischen Staates (IS) aus der Luft. US-Präsident Barack Obama hatte erklärt, es gehe darum, einen Völkermord zu verhindern. Die IS-Milizen sind in kurdisches Gebiet vorgestoßen und bedrohen die Millionenstadt Erbil. In der Region sind Hunderttausende Menschen vor den sunnitischen IS-Kämpfern auf der Flucht, die Andersgläubige mit dem Tode bedrohen. (red/APA)

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