Urteile im Skandal um verseuchtes Milchpulver erwartet

In dem Skandal um Milchpulver, an dem 296.000 Kleinkinder in China erkrankt und sechs gestorben sind, sollen morgen, Donnerstag, die Urteile gegen 21 Verantwortliche ergehen.

In Shijiazhuang in der Provinz Hebei müssen sich die Chefin des Milchherstellers Sanlu, Tian Wenhua, sowie drei Managern des Unternehmens seit Ende Dezember vor Gericht verantworten. Ihnen drohen Strafen zwischen 15 Jahren und lebenslanger Haft.

Die Managerin hatte sich wegen “Herstellung und Verkaufs gefälschter oder qualitativ unzureichender Waren” für schuldig erklärt. Die Höhe der Strafe sei “schwer vorherzusagen”, sagte ihr Anwalt Wei Yantong der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Ferner stehen 17 Angeklagte vor Gericht, die Milch mit der Industriechemikalie Melamin gepanscht und verkauft hatten. Wegen des Vorwurfes der “Herstellung und des Verkaufs giftiger Nahrung” droht zwei von ihnen die Todesstrafe, berichteten chinesische Medien.

Der lange vertuschte Skandal war erst im September aufgeflogen, als zahlreiche Säuglinge mit Nierenleiden in die Krankenhäuser gebracht wurden. Verantwortliche hatten allerdings schon länger gewusst, dass mit der gefährlichen Chemikalie künstlich der Proteingehalt und damit die Qualität der Milch aufgebessert worden war. Auch andere Hersteller von Milchpulver sind in den Skandal verwickelt.

Die Unternehmen haben den Eltern der erkrankten Kinder inzwischen Entschädigungen angeboten und sich entschuldigt. Mehr als 200 Eltern haben am vergangenen Freitag dennoch eine Klage beim Obersten Gericht in Peking eingereicht. Ihnen geht es vor allem um klare Regelungen, wie die Familien für die künftige Behandlung der Nierenleiden ihrer Kinder bezahlen können. Ob das Gericht den Fall annimmt, war offen. Ein Mitarbeiter der Anwälte sagte, es werde erst nach dem chinesischen Neujahrsfest im Februar mit einer Antwort gerechnet.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Urteile im Skandal um verseuchtes Milchpulver erwartet
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen