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Uraufführung eines Werks von Manfred Brida

Am Vorarlberger Landestheater ist „Der Herr Dirigent“ des Vorarlberger Autors Manfred Brida uraufgeführt worden. Ins Repertoire bedeutender Bühnen dürfte es das Stück wohl kaum schaffen.

Das Publikum applaudierte indes freundlich.

Das reiche Fabrikantenehepaar Elsa und Hubert will sich aus den Niederungen des Gemüsegeschäfts zu Höhen geistiger Grösse emporschwingen, indem es Tochter Gundula mit einem Herrn Dirigenten verheiratet. Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel

In einem hochalpinen Berggasthof wird die Verlobung vorbereitet. Doch Elsas Vereinnahmungsdrang, Huberts Höhenangst, Gundulas Desinteresse, der Egoismus des Herrn Dirigenten, die fleischlichen Verlockungen des hochalpinen Gasthauspersonals sowie ein kurioses Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel vereiteln die Pläne.

Drei Jahre später sitzen Elsa und Hubert allein in ihrer Villa, die Tochter ist endlich mit dem Dirigenten verheiratet. Elsa hat beide Arme und ein Bein eingegipst, wird umsorgt von ihrem Hubert, der seine Gattin „völlig unabsichtlich“ mit dem Auto überfahren hatte. Pleite

Die Frischvermählten kommen zu Besuch, interessieren sich aber weder für die Probleme des Vaters, noch für den Unfall der Mutter. Der Herr Dirigent braucht wieder einmal Geld, um die Aufführung einer von ihm komponierten Oper zu finanzieren. Doch der Fabrikant ist pleite und Elsa hat ihr Vermögen längst einem Tierheim vermacht.

Mit „Der Herr Dirigent“ tritt der bisher in der Vorarlberger Autorenszene unbekannte 55-jährige Dornbirner Volksschullehrer Manfred Brida erstmals vor ein grösseres Publikum. „Es geht um Ruhmsucht, Verfolgungswahn, fixe Ideen, Dominanzstreben, Lügen, eben um alles womit wir es jeden Tag zu tun haben“, wird der Autor im Programmheft zitiert. Klares Konzept

Bridas Humor sorgt zwar streckenweise für Unterhaltung, lässt jedoch nicht über die inhaltlichen und dramaturgischen Schwächen des Stücks hinwegtäuschen.

Einfach, klar und originell ist das Regiekonzept von Michael Worsch, dem bisherigen Schauspielleiter des Salzburger Landestheaters. Die vom „Spielboden“-Chor interpretierte Musik hat Ulrich Gabriel eigens für die Uraufführung komponiert.

Viel Applaus ernteten die Darsteller Elisabeth Rass (Elsa), Franz Nagel (Hubert), Verena Ehrmann (Gundula), Burghard Braun (Dirigent), Elvira Naphegyi (Wirtin), Juliana Haider (Kellnerin), Robert Mäser (Sohn der Wirtin) für ihre Leistungen.

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