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Unzensierte Fundstücke als multiple Geschichtenerzähler

v.l.: Barbara Vögel, Luise Buisman (Galeristin Galerie im Park), Susanne Wastl M.A. (Eröffnungsrede).
v.l.: Barbara Vögel, Luise Buisman (Galeristin Galerie im Park), Susanne Wastl M.A. (Eröffnungsrede). ©Katharina Schiffl/Karin Lässer/Sandburg PR
Nach dem Erfolg ihrer Ausstellung im Palais Thurn & Taxis im Jänner/Februar – vom LandVorarlberg wurde eine Collage des neuen Mitglieds der BerufsvereinigungBildender KünstlerInnen Vorarlbergs angekauft – kann Barbara Vögel ihre Ausstellung„In the Movies and Other Places“ in der ...
Vernissage

Nach dem Erfolg ihrer Ausstellung im Palais Thurn & Taxis im Jänner/Februar – vom Land
Vorarlberg wurde eine Collage des neuen Mitglieds der Berufsvereinigung
Bildender KünstlerInnen Vorarlbergs angekauft – kann Barbara Vögel ihre Ausstellung
„In the Movies and Other Places“ in der Galerie im Park in Wien vom 15. Bis 28.
Februar ebenfalls erfolgreich schließen. Rund 200 Besucherinnen und Besucher
kamen zur Vernissage am 15. Februar, die Eröffnungsrede hielt Barbara Vögels
alte Freundin und Filmfrau Susanne Wastl M.A. Unter den Gästen sah man u. a. ESSL-Kurator Andreas Hoffer und Günther Oberhollenzer ebenso wie Filmregisseur Stefan
Ruzowitzky, Journalistin und Schriftstellerin Elfriede Hammerl sowie
Schauspielerin Brigitte Kren.

Die Qual der Wahl hatten anschließend die zahlreiche Kunstinteressierte, die die
einzigartigen Collagen auf Papier aus Fundstücken, die unverändert von der
Künstlerin zu Geschichten zusammengefügt werden, für ihre Sammlungen auswählten.

 

„In the Movies and Other Places“

„MOVIES“, der Film war einst Arbeitsplatz von Barbara Vögel und hat starken Einfluss auf
ihr jetziges Kunstschaffen. „OTHER PLACES“ meint bereiste aber vor allem nicht
bereiste Länder, das Fremde und damit zusammenhängende Themen und Fantasien.

„Mein“ Leben lang ging ich immer bis zur ,visuellen‘ Schmerzgrenze. Hunderte Augen in
mir bewältige ich gleichzeitig“, erzählt Barbara Vögel. Für den Film archiviert
sie als Casting-Direktorin unzählige Geschichten und Rollen. Dieses
unglaubliche Fassungsvermögen nutzt die Künstlerin um sich visuell auszudrücken
und sichtbar zu machen. Sie selbst hat das Gefühl unsichtbar zu sein. Erst die
Fertigstellung eines Bildes lässt sie ihre „eigene Konturen wieder spüren“.
Sehen, aufheben, verarbeiten ist ihre Art der Kontaktaufnahme mit der Welt. So
bleibt sie im Dialog anstelle von Wortlosigkeit.

„Die Arbeiten bändigen Einsamkeit, Eingeschlossen- und Verlorensein in Straßen,
Verglühen in heißen Sonnen, verdichten und vergrößern die Welt, schaffen Platz
für Träume, führen das Unerträgliche ad absurdum. Die intensiv vorherrschende
Stille der Bilder macht die Welt zu einem surreal-sinnlich und spannenden,
wunderschönen, oft aber auch erschreckenden Ort. Ich bin süchtig nach der
Stille in den Bildern“, so Vögel über ihre Bilderwelten.

 

Die multiplen Geschichtenerzähler

Barbara Vögels Collagen entstehen aus Dingen, die sich von ihr „finden lassen“, von
überall auf der Welt. Papierschnipsel, Plastik-, Holz-, Metallteilchen,
Einkaufslisten, Nachrichten auf fremden Zetteln. Für Vögel sind diese
Fundstücke Zeichen, Totems oder Wegweiser in Städten. „Es sind Originalstücke,
Spuren persönlicher, anonymer Moment-Chroniken, mit völlig unbekannter
Menschen. Erst später entstehen daraus eigene Geflechte und Verbindungen, Orte,
Träume, Bilder. An keinem Tag weiß ich, was mich findet, welche Geschichte
daraus entsteht“, so die Künstlerin.

Lose „Objets Trouvés“ werden von Barbara Vögel auf eine neue Ebene gehoben und auf Papier in einen neuen Kontext gesetzt. Der Anspruch, den die Künstlerin dabei an ihre
Fundstücke stellt, ist die strenge, unzensierte Wahrung des Originalzustands.
Nichts wird in irgendeiner Weise manipuliert. „Die einzelnen Teile tragen
Geschichte(n) bereits in sich! Ich bin ihr Erzähl-Medium und sie meins.“

 

Über Barbara Vögel – „Aus dem Film herausgeklebt“

Als Casting-Direktorin bei Dor-Film (1996-2004) besetzte Vögel Filmrollen. Dafür
nahm sie unzählige Filmausschnitte von SchauspielerInnen auf und archivierte
diese. Mit derselben Passion sammelt die Künstlerin all jene Dinge, die ihr für
ihre Bildwelten wertvoll erscheinen. Kleine Collagen dienen schon über Jahre
hinweg für persönliche Aufzeichnungen.

Die Fähigkeit, visuelles Material wie ein Schwamm aufzusaugen, zu archivieren und
Zusammenhänge herzustellen sind von großem Vorteil. Die Gabe entpuppt sich aber
auch als Bürde, wenn das Archivieren überhandnimmt. „Ich habe keinen Platz mehr
für fremde Gesichter in meinem Kopf“, beschloss Vögel und widmete sich 2003
ihren „eigenen Bildern“.

Getrieben von der Sehnsucht nach dem ihr „fremden“ Grönland träumte, fand und klebe
Barbara Vögel „Eisberge“ bis sie 2004 ihrem Ruf folgt. Die Reise gab ihr den
letzten Anstoß zum völligen Quittieren ihres Berufes als Casting-Direktorin.

 

 Seit 2006 Einzel- und Gruppenausstellungen

2008 – „Emerging Artists“ des ESSL Museums – Agnes Essl begeistert: „Dass ihre
Arbeiten den Weg in die Sammlung gefunden haben, hängt von der Außergewöhnlichkeit ihrer Collagen ab.“

2012 – Künstlervereinigung der Bildenden KünstlerInnen des Kunsthauses Palais Thurn
& Taxis

Website: www.barbara-voegel.com

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