Unser Honig auf dem Prüfstand

Schwarzach - „Honig-Monitoring“ nennt sich das, was im schweizerischen Thurgau bereits mit Resultaten passiert ist, was in Vorarlberg hingegen noch der Schlussergebnisse harrt.

Nach der Streptomycin-Behandlung im Kampf gegen den Feuerbrand wurden im Thurgau 700 Honigproben von Bienenstöcken (die „VN“ berichteten) gezogen. Fazit: In zwei dieser Proben wurde der Grenzwert von 0,01 Milligram pro Kilo mit 0,013 bzw. 0,0016 Milligramm leicht überschritten. Von 623 bisher untersuchten Proben konnten 334 nach einer Erstkontrolle freigegeben werden, beim Rest wird eine aufwendigere Zweitkontrolle durchgeführt.

Optimismus

„In Vorarlberg rechnen wir bis Anfang August mit einer umfassenden Bilanz des Honig-Monitoring“, berichtet Ulrich Höfert von der heimischen Landwirtschaftskammer. Die gesamte Honig-Ernte innerhalb eines Drei-Kilometer-Gürtels im Umkreis von Obstplantagen, welche mit Streptomycin behandelt wurden, kam auf den Prüfstand. Stichproben wurden auch im Umkreis von drei bis fünf Kilometer außerhalb der Obstanbauflächen gezogen. „Ich gehe davon aus, dass nirgendwo eine Grenzwert­überschreitung festzustellen ist“, versprüht Ulrich Höfert Optimismus. „Weil wir auf den mit Strepto behandelten 18,4 Hektar nur 16,3 Hektar zwei Mal spritzten und weil die Behandlung immer nur in der Nacht nach dem Bienenflug statt fand“, argumentiert Höfert. „Einige Einzelergebnisse haben wir bereits. Da lagen wir deutlich unter dem Grenzwert“, verriet Dr. Bernhard Zeiner vom Umweltinstitut den „VN“. Die Vorarlberger Forschungsanstalt überprüfte nicht nur den Honig, sondern zog auch Wasser- und Bodenproben. „Rückstände gewisser Substanzen“, so Dr. Zeiner, „kann man immer feststellen, wo solche Substanzen mit der Natur in Berührung kommen. Wenn man etwa einen Würfelzucker in den Bodensee wirft, ist dieser Zucker mit modernen Forschungsmethoden nachzuweisen. Entscheidend ist die Menge der Rückstände.“

Auch Hoffnung

Erschreckend neue Erkenntnisse gibt es über die Dimension des Feuerbrandes speziell in Vorarlberg. „Die Zahl der vorhandenen Bakterien ist bei uns besonders groß. Für Forschungszwecke ließen wir mehrere Bäume unbehandelt. Und mussten feststellen, dass 30 Prozent der vorhandenen Blüten befallen wurden“, verdeutlicht Höfert die zerstörerische Wucht des Feuerbrandes. Es gibt allerdings auch einen Hoffnungsschimmer. „Eines der zwei getesteten Alternativmittel erwies sich als relativ wirksam. Aber es muss weiter getestet werden. An die Wirkung von Strepto reicht es noch lange nicht heran“, so Höfert. Landwirtschafts-Landesrat Erich Schwärzler verspricht noch intensivere Bemühungen im Kampf gegen die Bakterien-Krankheit. „Ich hoffe, dass wir bis spätestens 2011 ein alternatives Mittel zu Strepto haben“, beschwört Schwärzler die Kraft der Wissenschaft.

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