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Unruhestifter bei der Schubertiade in Vorarlberg: "Literarischer Erguss stimmt nicht mit der Realität überein"

©Schubertiade
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, hat es ein Vorarlberger bei der Schubertiade geschafft, den ganzen Saal zum Schweigen zu bringen. Ein etwa 70-jähriger Mann forderte den britischen Künstler Ian Bostridge während seines Auftritts auf Deutsch zu lernen.

Seit 17 Jahren kommen der britische Künstler Ian Bostridge und sein Klavierbegleiter Julias Drake nach Vorarlberg in den Bregenzerwald zur Schubertiade. Alle zwei Jahre werden sämtliche klavierbegleiteten Sololieder von Franz Schubert präsentiert. Am vergangenen Freitag, dem 36. Konzert in dieser Reihe, verlief der Auftritt der beiden Briten laut der F.A.Z. anders als erwartet.

Unbekannte Werke in Vorarlberg

Schubertiade
Schubertiade ©Schubertiade

Eine der Herausforderungen für die Künstler bei der Schubertiade ist, dass so unbekannte Werke vorgestellt werden, die sich sogar Liedspezialisten speziell aneignen müssen. Aus diesem Grund stand in der ersten Konzerthälfte ein Notenständer vor Bostridge. Nach der Pause sang der Brite bekanntes auswendig. Noch verlief alles nach Plan. Das Publikum war begeistert und forderte eine Zugabe.

Niemand habe reagiert

Schubertiade
Schubertiade ©Schubertiade

Als Zugabe sang Bostridge “Die Forelle” und zeigte einmal mehr sein Können. Wieder wurde durch Applaus eine Zugabe gefordert, welche jedoch jäh von einer Männerstimme durchbrochen wurde. “Deutsch lernen”, schrie der Mann durch den Saal und anschließend seien alle verstummt. Laut der F.A.Z war es ein weißhaariger Anzugträger mit Brille, der vielleicht 70 Jahre alt war. Weiter spricht die F.A.Z. von einer Schrecksekunde, welche durch völlige Passivität der anderen Zuschauer dargestellt wurde. Nach wenigen Augenblicken habe sich das Publikum scheinbar gefangen und brachte seine Abneigung gegenüber dem Unruhestifter mit Buh-Rufen zum Ausdruck.

Lediglich ein literarischer Erguss

VOL.AT/Hofmeister
VOL.AT/Hofmeister ©VOL.AT/Hofmeister

Laut Schubertiade-Veranstalter Gerd Nachbauer ist der Bericht der F.A.Z. sehr ausgeschmückt. “Es ist ein literarischer Erguss von Herrn Bahners und stimmt nicht mit der Realität überein”, so Nachbauer im VOL.AT-Gespräch. Das Publikum habe sehr wohl reagiert und seine Meinung gegenüber dem Störenfried kund gemacht. Der besagte Mann ist schon bei anderen Veranstaltungen aufgefallen. Der Veranstalter selbst hat sich bereits überlegt,  ein Hausverbot gegen diesen Besucher auszusprechen. Sah dann aber von solch einem Vorgehen ab.

Die Schubertiade zählt zu den bekanntesten und renommiertesten Kulturveranstaltungen in Vorarlberg und zieht Menschen aus der ganzen Welt an.

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