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Unruhen in Haiti dauern an

In Haiti haben am Freitag die Unruhen in Port-au-Prince und der vom Tropensturm „Jeanne“ verwüsteten Stadt Gonaives angedauert. In der Hauptstadt wurden die enthaupteten Leichen von drei Polizisten gefunden.

Mindestens ein Zivilist sei bei Zusammenstößen erschossen worden. Justizminister Bernard Gousse sagte, in dem Elendsviertel Cite Soleil seien zwei Gangsterbosse getötet und einer verletzt worden.

Die Unruhen in der Hauptstadt wurden von Demonstrationen von Anhängern des exilierten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide ausgelöst. Sie begannen am Donnerstag mit einem dreitägigen Gedenken an den Putsch gegen Aristide vor 13 Jahren. Bei Demonstrationen forderten sie neben der Rückkehr Aristides aus dem Exil den Abzug ausländischer Soldaten der UNO-Schutztruppe, die sie als „Besatzer“ bezeichneten.

Aber auch Gonaives – einem Ausgangspunkt der Rebellion gegen Aristide vor einem halben Jahr – gab es erneut Ausschreitungen. Bereitschaftspolizisten gingen mit Schlagstöcken gegen rund 700 Menschen vor einer Ausgabestelle für Lebensmittel vor, die unruhig wurde, als gegen Mittag Weizen und Speiseöl ausgingen. „Wir haben Hunger! Wir haben Durst!“ schrie die Menge. Ein Lieferwagen der Hilfsorganisation CARE mit Brot wurde geplündert, sagte deren Sprecher Samuel Derivois.

Die Zahl der Todesopfer durch den Tropensturm „Jeanne“ wird nach offizieller Einschätzung auf rund 2.500 steigen; für 900 Vermisste in der zerstörten Stadt Gonaives gebe es keine Hoffnung mehr. Auch für die Überlebenden ist die Lage wegen der schlechten Versorgungslage hoffnungslos.

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