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UNO: Frauen-Diskriminierung Ursache für Armut

Die Benachteiligung von Frauen ist nach Ansicht der UNO eine der Hauptursachen für die Armut in der Welt. Die UNO fordert bessere Bildungschancen und mehr Gleichberechtigung für alle Frauen.

Gewalt gegen Frauen, ihre Verdrängung vom Arbeitsmarkt, mangelnde Gesundheitsversorgung und schlechte Bildungschancen führten dazu, dass das Wirtschaftspotenzial vieler Länder nicht voll ausgeschöpft werde, heißt es im Weltbevölkerungsbericht des UN-Bevölkerungsfonds UNPFA, den die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) am Mittwoch in Berlin vorstellte.

Die hohe Geburtenrate in Entwicklungsländern und die fehlende Kontrolle von Frauen über Sexualität und Schwangerschaften seien eine zentrale Ursache für Armut und Ungleichheit in vielen Teilen der Erde.

Als Schlüsselfaktor führte die UNO die Bildung an: Jedes zusätzliche Jahr Schulbildung der Mutter vermindere dem Bericht zufolge die Sterblichkeitsrate der Kinder um fünf bis zehn Prozent. Dennoch hätten Mädchen in vielen Teilen der Welt schlechtere Bildungschancen als Jungen. Unter den weltweit 780 Millionen Analphabeten befinden sich nach Angaben der UNO rund 500 Millionen Frauen. In Südasien beendeten nur 69 Prozent der Mädchen die Grundschule. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sei es noch nicht einmal jedes zweite (49 Prozent). Bei den weiterführenden Schulen ist das Missverhältnis noch gravierender: Nur 47 Prozent der Mädchen in Südasien und 30 Prozent im südlichen Afrika haben einen höheren Schulabschluss

Dabei belegten Untersuchungen, dass Frauen nach dem Besuch einer weiterführenden Schule bessere wirtschaftliche Aussichten, einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt und genauere Kenntnisse der Immunschwächekrankheit Aids hätten, heißt es in dem Bericht weiter. Allein sinkende Fruchtbarkeitsraten könnten nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftlern die Armut in den Entwicklungsländern innerhalb von zehn Jahren um bis zu 14 Prozent verringern. Jedes Jahr würden in den Entwicklungsländern 76 Millionen Frauen ungewollt schwanger; rund 19 Millionen dieser Schwangerschaften endeten in einer unsicheren Abtreibung. Dabei sterbe jede Minute eine Frau an vermeidbaren schwangerschaftsbedingten Ursachen – pro Jahr seien dies eine halbe Million Todesfälle. 99 Prozent dieser Frauen sterben in den Entwicklungsländern.

Der Bericht kritisiert zudem die nach wie vor ungleichen Löhne von Männern und Frauen. In Industrieländern bekämen Frauen 77 Prozent des Gehaltes der Männer, in Entwicklungsländern sogar nur 73 Prozent. In Entwicklungsländern produzierten Frauen zwischen 60 und 80 Prozent der Nahrungsmittel. Dennoch dürften sie häufig ohne Erlaubnis des Ehemannes kein eigenes Land erwerben. In vielen afrikanischen Ländern südlich der Sahara haben Witwen keinen Anspruch auf das Land ihres verstorbenen Ehemannes. Nach Berechnungen der Weltbank könnte der landwirtschaftliche Ertrag dieser Region um bis zu 20 Prozent steigen, wenn Frauen genauso viel Kontrolle über Einkommen, Dienstleistungen und Land hätten wie Männer.

Mehr Infos unter: www.weltbevoelkerung.de

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