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Unis bleiben vorerst nur online

Studenten müssen weiter draußen bleiben
Studenten müssen weiter draußen bleiben ©APA
An den Universitäten wird es zumindest zu Beginn des Sommersemesters weiter keine größeren Präsenz-Lehrveranstaltungen geben. Derzeit besteht auch keine gesetzliche Möglichkeit zu "Eintrittstests" für Lehrveranstaltungen oder Prüfungen - im Bildungsministerium prüft man derzeit solche rechtlichen Voraussetzungen. Die Universität Wien setzt auf einen Ausbau ihrer Teststrategie, um etwa zumindest Seminare oder kleinere Workshops anbieten zu können.

Zumindest bis Ostern wird der Uni-Betrieb weiter großteils digital stattfinden, hieß es aus den großen Unis auf APA-Anfrage. Ob nachher die Präsenz-Lehrveranstaltungen ausgeweitet werden können, hänge von der weiteren Entwicklung ab.

An der Uni Wien will man mit Testangeboten vor allem den derzeitigen Betrieb absichern. So haben etwa Mitarbeiter und Studenten in den Labors die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis einen Gurgel-PCR-Test durchführen zu lassen. Das Ergebnis erhalten sie noch am selben Tag. Derzeit würden rund 500 Tests pro Tag durchgeführt, so Rektor Heinz Engl bei einer Pressekonferenz am Montag. Insgesamt habe man Kapazitäten für 6.000, die man auch anderen Einrichtungen wie der Caritas zur Verfügung stelle.

Im Lauf des Semesters soll dann breiter getestet werden - auch mit den an den Schulen im Einsatz befindlichen anterio-nasalen Schnelltests. "Wir müssen danach trachten, möglichst schnell wieder in einen realen Betrieb zu kommen", so Engl. Zwar habe im ersten Pandemiejahr die Prüfungsaktivität der Studierenden sogar um 1,5 Prozent zugenommen - mittlerweile gebe es jedoch Anzeichen, dass sich dies ins Gegenteil wenden könne.

Selbst mit Tests gebe es aber Grenzen: "Ich glaube nicht, dass wir im Sommersemester im Audimax Lehrveranstaltungen halten können", meinte Engl. "Aber wir hoffen auf Seminare, kleinere Workshops, aber auch interne Dinge wie Sitzungen von Berufungskommissionen." Ab heute, Montag, können Student Spaces, Lesesäle und Computerräume nach vorheriger Anmeldung in begrenztem Ausmaß wieder genutzt werden, den Studenten wird eine Schnelltestung empfohlen. Auch mit Tests würden aber weiter Abstandsregeln und die FFP2-Maskenpflicht gelten.

Grundsätzlich wolle man beim "Luxus" der genaueren PCR-Tests bleiben. Eventuell bei größeren Prüfungen kann sich Engl aber auch den Einsatz von Schnelltests vorstellen. Einschränkung: "Wir haben derzeit nicht die Möglichkeit, die Friseure haben. Wir können die Tests nur freiwillig machen." Derzeit gebe es nicht die rechtliche Möglichkeit, einen Test als Voraussetzung für die Teilnahme an einer Prüfung zu definieren. Trotzdem fänden - vor allem in den Rechtswissenschaften - zum Teil größere Präsenzprüfungen statt, allerdings eben parallel mit kleinen Gruppen in mehreren Hörsälen. Für das Wintersemester wünscht sich Engl dann tatsächlich eine Möglichkeit für verpflichtende Eintrittstests.

Grundsätzlich seien die Universitäten befugt, im Rahmen ihrer Autonomie erforderliche Regeln für einen sicheren Universitätsbetrieb festzulegen, hieß es aus dem Bildungsministerium auf APA-Anfrage. Diese Vorgangsweise habe sich "in den vergangenen Monaten bewährt, da Universitäten hinsichtlich Größe und inhaltlicher Ausrichtung sehr unterschiedlich sind". Derzeit prüfe man die rechtlichen Voraussetzungen, der Besuch von Lehrveranstaltung bzw. die Abhaltung von Präsenzprüfungen von einem negativen Testergebnis abhängig zu machen. Die NEOS fordern eine Teststrategie an den Unis. "Wie für die Schulen brauchen auch die Studierenden und die Mitarbeiter_innen an den Hochschulen eine Perspektive seitens der Bundesregierung, wie und wann dort wieder vermehrt Präsenzlehre stattfinden kann", so Wissenschaftssprecherin Martina Künsberg Sarre in einer Aussendung.

An den anderen Universitäten ist die Lage ähnlich wie an der Uni Wien: An der Wirtschaftsuniversität (WU) findet bis Ostern keine Lehre vor Ort statt. Langfristig überlegt man aber auch hier den Einsatz von Tests - allerdings ebenfalls für kleinere geblockte Lehrveranstaltungen, in denen es immer die gleichen Teilnehmer gibt. Flächendeckende Tests für alle Lehrveranstaltungen seien sowohl logistisch als auch kostentechnisch kaum möglich: Anders als in Schulen seien in jeder Lehrveranstaltung andere Studierende, daher müsste vor jeder Lehrveranstaltung getestet werden.

Auch an der Uni Innsbruck wird zumindest bis Ostern weiter vorrangig auf Fernlehre gesetzt, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Rektorat. Immerhin seien viele Studierende nicht aus Innsbruck oder dem näheren Umland, hätten wegen der Coronapandemie derzeit kein Zimmer in der Gegend und könnten es kurzfristig gar nicht einrichten, für Präsenzunterricht an die Uni zu kommen. Für die Lehrenden wäre es schwierig, digital geplante Lehrveranstaltungen kurzfristig wieder in die Präsenz rückzuübersetzen, und da jene, die nicht zum Präsenzunterricht erscheinen können, weiter digital lernen müssen, gebe es die Gefahr einer Zwei-Klassengesellschaft. Daher denkt man bei Präsenzangeboten vor allem an Praktika oder Exkursionen, bei denen die Studenten in Richtung Frühling und Sommer zusammenkommen könnten.

Ähnlich auch die Uni Graz. Hier will man die kostenlose Teststraße für Studenten wie Mitarbeiter ausbauen. Lehrveranstaltungen bleiben mit Ausnahme von Labors, Exkursionen und praktischen Übungen im Distanzbetrieb - falls es nach Ostern weitere Öffnungsschritte gebe, werde man in den Osterferien auch weitergehende Tests für diese Zeit andenken. "Wir erwarten uns da aber auch gewisse Vorgaben vom Ministerium."

Die Technische Universität (TU) Wien plant im gesamten Sommersemester hauptsächlich mit Distanzlehre, Online-Prüfungen und Home Office - allerdings würden die Regelungen jedes Monat evaluiert. Präsenzbetrieb gibt es vor allem in Labors. Seit Anfang Februar gibt es für Mitarbeiter Antigen-Schnelltests, auch Studenten können diese etwa vor Präsenzlaboren nutzen.

(APA)

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