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Unglückswochenende: "Warnstufe war angemessen"

Bregenz - Drei Lawinentote innerhalb von zwei Tagen, dazu drei Verletzte. Sechs Tourengeher lassen sich von der Mörzelspitze mit dem Hubschrauber ausfliegen – aus Angst, unter eine Lawine zu kommen.

Der vergangene Donnerstag und Freitag forderten einen hohen Blutzoll in den Bergen. Und trotzdem herrscht in Vorarlberg „nur“ Lawinenstufe 3. Warum hat bzw. hatte der Lawinenwarndienst nicht die höhere Stufen 4 ausgegeben? Wollte man Urlauber nicht abschrecken? „Der Tourismus hat auf unsere Entscheidungen keinen Einfluss“, sagt Andreas Pecl, Leiter des Vorarlberger Lawinenwarndienstes in Bregenz. Die Gefahrenstufe 3 sei für die Situation angemessen gewesen: Die Lawinengefahr war erheblich, schon eine „geringe Zusatzbelastung“ der Schneedecke – sprich ein einzelner Skifahrer oder Snowboarder – könnte eine Lawine auslösen. Stufe 4 hätte darüber hinaus bedeutet, dass sich Lawinen auch spontan und von selbst lösen können. Diese Gefahr habe jedoch in den letzten Tagen nicht bestanden.

„Keine Schulnoten“

Pecl, selbst ein routinierter Alpinist, warnt davor, die fünf Gefahrenstufen wie Schulnoten aufzufassen. „Stufe 3 heißt nicht, dass die Gefahr ‚befriedigend‘ ist. Im Gegenteil, es bedeutet, dass die Gefahr doppelt so hoch ist wie auf Stufe 2.“ Wie wechselhaft die Witterungsverhältnisse an jenen Tagen in den Bergen waren, erlebte auch Ski- und Bergführer Helmut Düringer. Der Andelsbucher war am Donnerstag auf einer Skitour im Großen Walsertal. „Am Morgen waren die Verhältnisse noch prächtig. Bis Mittag war alles total anders.“ Düringer hatte unverzüglich seine Route geändert: „Du darfst nie auf die Lawinenwarnstufe fixiert sein, sondern musst fähig sein, die Lage selbst einzuschätzen.“ In wenigen Stunden war die Gefahrenstufe von 1 auf 3 hochgeschnellt. Diese Erfahrung machte am Donnerstag auch Martin Sutterlüty von der Lawinenkommission in Egg. „Am Morgen wars noch super, gegen Mittag wurde es brandgefährlich. Um 12.30 Uhr wäre ich keinen Hang mehr hinuntergefahren. So etwas habe ich selten erlebt.“ Auf dem Heimweg am Nachmittag im Auto hörte Sutterlüty im Radio von dem tödlichen Lawinenunglück in Gargellen im Montafon.

„Einschätzung“

Egal, welche Gefahrenstufe gerade angezeigt wird: das Restrisiko bleibt. „Die Lawinengefahr beruht stets auf einer Einschätzung“, sagt Andreas Pecl: „Viele Faktoren sind nicht messbar.“ Die Skitour, bei der am Freitag der Bergretter Hubert Kaufmann ums Leben gekommen ist, hätte Matthias Simma, seit 20 Jahren Vorsitzender der Lawinenkommisssion in Mell­au, „vom Tal aus auch gemacht“. „So ein Unglück“, pflichtet ihm Martin Sutterlüty bei, „hätte jedem von uns passieren 
können.“

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