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Ungesicherte Wasserflächen als "Todesfallen" für Kinder

Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch die Begeisterung für Freibäder, Seen und Swimmingpools. Beim Plantschen im kühlen Nass sind zumeist Erwachsene dabei und passen auf. Doch ungesicherte Wasserflächen, zu denen Kinder ohne Aufsicht Zugang haben, sind lebensgefährlich, warnte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): Das Ertrinken ist bei Kindern gleich nach den Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache.

In den vergangenen zehn Jahren (1997-2006) ertranken laut KfV pro Jahr durchschnittlich sieben Kinder unter fünf Jahre. Die meisten derart tragischen Unfälle passieren im eigenen Garten oder in der unmittelbaren Wohnumgebung bei Stürzen in Biotope und Pools bzw. beim Baden, wenn die Sprösslinge auch nur wenige Minuten unbeaufsichtigt sind. Schon eine Wassertiefe ab 20 Zentimeter könne zum Verhängnis werden.

“Durch ihren verhältnismäßig schweren Kopf und die noch ungeübte Muskulatur können Kinder unter fünf Jahren ihren Kopf nicht eigenständig aus dem Wasser ziehen. Sie sind nicht in der Lage, sich selbst zu retten oder auf sich aufmerksam zu machen”, erklärte Rupert Kisser, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport im KfV. Hinzu komme, dass die meisten Kleinkinder in diesem Alter noch keinerlei Schwimmerfahrung haben.

Wasserspielzeuge wie aufblasbare Tiere, Schwimmreifen oder Luftmatratzen werden von vielen fälschlicherweise als Schwimmhilfen verstanden – ein fataler Irrtum, so das KfV, denn sie schützten nicht vor dem Ertrinken. Im Gegenteil: Aufblasspielzeug könne ein Durch- oder Abrutschen von Kleinkindern nicht verhindern. Relative Sicherheit würden nur EU-Norm gerechte Oberarm-Schwimmflügel (ÖNORM EN 13138) bieten, die über getrennt voneinander aufblasbare Kammern und Sicherheitsventile verfügen und am CE-Zeichen erkennbar sind. “Schwimmflügel werden am Oberarm nahe den Schultern aufgeblasen, um den Kopf des Kindes gut über dem Wasserspiegel zu halten. Allerdings ersetzen Schwimmflügel die Aufsichtspflicht nicht”, so Kisser.

Neben der ungeteilten Aufmerksamkeit der Aufsichtsperson müssten Biotope, Swimmingpools und Regentonnen abgesichert werden, betont der Experte. Ein ausreichend hoher Zaun (mindestens 1,40 Meter) mit selbstschließender, kindersicherer Tür, eine feste Pool-Abdeckung oder ein Unterwassergitter im Biotop, das dicht unter der Wasseroberfläche befestigt wird und von außen nicht sichtbar ist (Maschenweite ca. vier mal vier Zentimeter) könnten einem tragischen Ertrinkungstod im eigenen Garten vorbeugen. Auch Swimmingpools sollten mit einer stabilen Abdeckung gesichert werden.

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