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Ungeübte sollten langsam in die Wandersaison starten

Schwarzach - Seit Anfang August sind in Vorarlberg fünf Wanderer an einem Herzinfarkt gestorben, zwei allein am vergangenen Wochenende. Das sei einerseits eine zufällige Häufung, andererseits spiele auch die oft plötzliche Anstrengung bei der Wanderung eine Rolle, so der Kardiologe Heinz Drexel vom LKH Feldkirch.

Personen aus Herzinfarkt-Risikogruppen empfahl Drexel eine EKG-Untersuchung vor dem Start in die Wandersaison. Zu Beginn könne man als Ungeübter auch einfach erstmal nur abwärtsgehen, so Drexel.

Das Risiko auf einen Herzinfarkt steige etwa, wenn Personen aus flachen Gebieten sich auf einmal in steiles Gelände wagten, so Drexel. Zu der Belastung komme unter Umständen noch, dass die Wanderer generell keine Kondition oder Übergewicht hätten. Ungeübte und ältere Personen sollten sich vor Beginn der Wandersaison untersuchen lassen, riet der Kardiologe. Mit einem Belastungs-EKG könnten bereits vorliegende Schädigungen an den Herzgefäßen festgestellt werden. Weitere Risikofaktoren seien ein hoher Cholesterinspiegel und hoher Blutdruck.

Den Start in die Wandersaison sollte man auf jeden Fall vorsichtig angehen und die Schwierigkeit der Touren langsam steigern, riet Drexel. Wirklich vorbereiten könne man sich aber nur mit regelmäßiger Bewegung auch unterm Jahr. Sollten auf einer Wanderung Brustschmerzen auftreten und diese länger als 20 Minuten andauern, riet der Kardiologe dazu, sofort anzuhalten und einen Notarzt zu verständigen. Auch nach der Wanderung könne ein Herzinfarkt noch auftreten, etwa wenn man auf der Tour zu wenig getrunken habe.

Menschen mit Herzschwäche, Übergewicht oder Diabetes können es zum Anfang auch einfach erst mit dem Abwärtsgehen versuchen. Derzeit werden in einer nach dem Trainingsberg Karren in Dornbirn benannten Studie zum zweiten Mal die Auswirkungen des regelmäßigen Abwärtsgehens auf die Gesundheit der Teilnehmer untersucht. Die 55 Probanden fahren seit Mittwoch zwei Monate lang drei- bis fünfmal wöchentlich mit der Seilbahn zur Bergstation und wandern dann hinunter. Zum Schutz der Gelenke werde auf gutes Schuhwerk und auf Wanderstöcke geachtet. Die erste Karrenstudie habe positive Auswirkungen gezeigt, so Drexel.

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