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Ungarn: Gyurcsany sieht keine Krise

Der umstrittene ungarische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany sieht seine Regierung trotz anhaltender regierungsfeindlicher Massenproteste nicht in der Krise.

“Wir haben keine Krise, und wenn wir eine hätten, hätte das keine Auswirkung auf mein Programm“, sagte Gyurcsany in einem Interview der „Financial Times Deutschland“, das am Freitag im Internet veröffentlicht wurde. Der sozialistische Regierungschef hielt sich am Freitag zu einem Besuch in Deutschland auf, sagte eine geplante Pressekonferenz jedoch ab.

In der Nacht zum Freitag hatten erneut rund 10.000 Oppositionsanhänger friedlich gegen Gyurcsany demonstriert. Die Proteste waren durch einen Tonbandmitschnitt ausgelöst worden, in dem der Regierungschef Lügen im Wahlkampf eingestanden hatte.

Mit seinem publik gewordenen Geständnis habe er bei seinen sozialistischen Parteifreunden für mehr Reformeifer werben wollen, sagte Gyurcsany dem Blatt weiter. „Ich habe eingestanden, dass wir wie alle anderen in den letzten 15 Jahren nicht in der Lage zu einer Reform waren, die das alltägliche Leben der Menschen berührt.“ Die Sparpolitik seiner Regierung werde nun Ungarns Ansehen aufbessern und Vertrauen zurückgewinnen, sagte der Regierungschef weiter. Von Beobachtern, Analysten und auch seitens der EU werde das Programm als verlässlich bewertet.

Die Demonstrationen gegen Gyurcsany hielten seit fünf Tagen an. Zu Wochenbeginn wurden bei Ausschreitungen hunderte Menschen verletzt. Es war der heftigste Gewaltausbruch seit dem blutig niedergeschlagenen Volksaufstand gegen die kommunistische Herrschaft im Jahr 1956.

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