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Unfallflucht auf der Piste

Schwarzach - Die erschreckende Bilanz der diesjährigen Wintersaison: bei 506 Skiunfällen im Zeitraum November 2006 bis März 2007 wurde in Vorarlberg immerhin 70 Mal Fahrerflucht begangen. FIS-Pistenregeln

Für einen 9-jährigen Buben aus Deutschland endete der Skitag am Golm in einem Albtraum. Nach dem Zusammenprall mit einer unbekannten Skifahrerin musste das Kind mit einer tiefen Schnittverletzung an der linken Hand in das Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen werden – die „VN” berichteten. „Von der unbekannten Frau fehlt bis heute jede Spur”, heißt es von Seiten der Polizei Schruns. Diese Situation ist in der Saison für die Polizei fast alltäglich: „Skiunfälle mit Fahrerflucht stellen ein großes Problem dar”, weiß der Leiter der Alpinen Einsatzgruppe des Bezirks Kleinwalsertal, Helmut Lau.

Die erschreckende Bilanz der Saison: bei 506 Skiunfällen im Zeitraum November 2006 bis März 2007 wurde in Vorarlberg immerhin 70 Mal Fahrerflucht begangen. Gesetzlich ist jeder zur Hilfeleistung verpflichtet, doch die Angst vor den Konsequenzen und pures Desinteresse verleiten viele dazu, einfach weiterzufahren – das kann immerhin eine Strafe bis zu drei Jahren Haft einbringen.

Dreiste Lügen

Kommt es zu einem Zusammenstoß, bei dem jemand verletzt wird, muss Hilfe organisiert werden. „Hat man kein Handy zur Verfügung, um einen Notruf abzusetzen, ist es sinnvoll einen unbeteiligten Skifahrer zur Talstation zu schicken, um die Pistenrettung zu alarmieren”, rät der erfahrene Alpinpolizist Helmut Lau. Erst wenn der Sachverhalt ausreichend geklärt ist, darf der Unfallverursacher den Unglücksort verlassen. Selbst wenn nach einer Kollision niemand verletzt zu sein scheint, raten die Experten immer die Daten auszutauschen, da die Schmerzen oft erst am nächsten Tag auftauchen. „Am Besten ist es, die Daten gleich durch einen Polizisten aufnehmen zu lassen”, weiß der Alpinpolizist. Lau hat die Erfahrung gemacht, dass auf der Piste oft falsche Angaben gemacht werden, bei einem Unfall wird zum Beispiel ein falscher Name genannt. „Im Nachhinein ist es oft nur schwer möglich, den Sachverhalt zu ermitteln”, sagt Lau. Oft sind in Skiunfälle Touristen verwickelt, die nur kurze Zeit später abreisen.

Bludenz: 349 Skiunfälle – 47 Mal Fahrerflucht
Dornbirn: 133 Skiunfälle – 19 Mal Fahrerflucht
Kleinwalsertal: 24 Skiunfälle – 4 Mal Fahrerflucht

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