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UN: Unbeachtete Katastrophe in Uganda

Der seit 18 Jahren andauernde Bürgerkrieg im Norden Ugandas ist nach Einschätzung von UN-Experten zur weltweit größten verdrängten humanitären Katastrophe geworden. 20.000 Kinder gelten dort derzeit als entführt.

Viele von ihnen müssen für die aufständische „Widerstandsarmee des Herrn“ kämpfen, wie der UN-Beauftragte für humanitäre Fragen, Jan Egeland, am Donnerstag in einer Anhörung vor dem UN-Sicherheitsrat erläuterte.

Die Rebellen rekrutieren sich nach seinen Worten inzwischen zu 80 Prozent aus Minderjährigen. Landesweit seien 90 Prozent der Bevölkerung aus ihren Heimatorten vertrieben worden, berichtete Egeland. „Ich empfinde das als moralische Schandtaten und bin froh, dass der Sicherheitsrat dem Thema nun so viel Zeit gewidmet hat.“

Egeland begrüßte die jüngsten, positiven Signale der ugandischen Regierung. So hätten Soldaten einzelne humanitäre Projekte beschützt und es sei ein Gesetz zur Regelung offener Flüchtlingsfragen beschlossen worden. Vielleicht sehe man nun „den Anfang vom Ende dieser 18 Jahre währenden Litanei des Horrors, in der Kinder Täter und zugleich Opfer sind“, sagte Egeland.

Der britische UN-Botschafter Emyr Jones Perry sagte, im Norden Ugandas spiele sich „eine der größten Krisen ab, die nicht genug Aufmerksamkeit finde“. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, die Friedensbemühungen der Afrikanischen Union zu unterstützen.

Die „Widerstandsarmee des Herrn“ treibt seit 18 Jahren ihr Unwesen in der Region. Sie behauptet, den ugandesischen Präsidenten Yoweri Museveni stürzen zu wollen. Die meisten Angriffen gelten indes Zivilpersonen. Sie werden bestohlen, und Kinder werden als Soldaten oder Sex-Sklaven verschleppt.

Die sudanesische Regierung unterstützte die ugandesischen Rebellen bis zum Jahr 1999. Dann billigte sie der Regierung in Kampala zu, gegen die Aufständischen vorzugehen. Die ugandesischen Truppen drangen im März 2000 in den Süden Sudans vor, um mit der „Operation eiserne Faust“ die Widerstandsarmee zu vernichten.

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