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UN: Bericht über Hariri-Mord

Der deutsche UN-Sonderermittler Detlev Mehlis will laut der libanesischen Regierung am 21. Oktober seinen Bericht zum Mord an dem ehemaligen Premierminister Rafik Hariri vorlegen.

Mehlis werde am Montag den Libanon vorübergehend verlassen, um weitere Änderungen an dem Bericht vorzunehmen, sagte Regierungschef Fuad Siniora in einem Interview mit der libanesischen Zeitung „El Mostakbal“.

Am 11. Oktober werde Mehlis in den Libanon zurückkehren. Nach Angaben aus UN-Kreisen wollte der UN-Ermittler in eine europäische Hauptstadt reisen. Mehlis wollte sich zu Details des Berichts nicht äußern. Die Mission soll bis Ende Oktober dauern.

Laut der „Süddeutschen Zeitung“ wird der UN-Bericht keine offenen Vorwürfe gegen die syrische Regierung enthalten. Der Report sei „noch nicht anklagereif“ und werde „nicht zu dem erwarteten politischen Erdbeben führen“, zitiert das Blatt aus Kreisen der Vereinten Nationen in Beirut.

Klar sei aber, dass der Bericht ranghohe libanesische Geheimdienstoffiziere mit dem Attentat in Verbindung bringen werde. Vier Generäle waren auf Ersuchen der Kommission Ende August festgenommen worden. Die Kommission hatte auch ranghohe syrische Vertreter vernommen, die sich zum Zeitpunkt des Attentats am 14. Februar im Libanon aufgehalten hatten.

Wie „El Mostakbal“ berichtete, deuten die Ermittlungen auf eine mögliche Manipulation der elektronischen Schutzvorrichtungen in Hariris Wagenkonvoi vor dem Attentat hin. Vor dem Anschlag seien zudem verschiedene Telefonverbindungen unterbrochen gewesen. Die libanesische Justiz nahm mehrere Mitarbeiter von zwei Mobilfunkgesellschaften fest.

Der Anschlag auf Hariri, bei dem 19 weitere Menschen ums Leben kamen, hatte massive Proteste der Opposition im Libanon zur Folge, die Syrien für die Tat verantwortlich macht. Nach dem Attentat zog Syrien unter internationalem Druck Ende April nach Jahrzehnten seine Truppen aus dem Nachbarland ab.

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