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Umstellung auf Bio-Fleisch wird noch Jahre dauern

Bregenz – LR Erich Schwärzler sieht erst ab dem Jahr 2013 Möglichkeiten zur Umstellung.
Katastrophale Zustände
Schwärzler lässt prüfen
"Vorarlberg erfüllt die Schweinefleischkriterien nur selten"

Bei 14 Vorarlberger Schweinebauern wurden von Tierschützern im August Missstände aufgezeigt. Die Förderungen, die die Bauern in dem Jahr bekommen haben, müssen sie nun möglicherweise rückerstatten. Insgesamt 12.458 Euro bekamen sie aus dem Tiergesundheitsfonds, wie Landesrat Erich Schwärzler in einer Anfragebeantwortung an die Grünen festhält. Auf die Frage des Grünen-Chefs Johannes Rauch, ob die Fördermittel der Betriebe mit Missständen zurückverlangt werden, antwortet Schwärzler: „Die Förderungsauflagen sehen eine Rückforderung vor.“ Rauch tritt bekanntlich für ein „Bioland Vorarlberg“ ein. Eine derartige Umstellung bei der Schweinefleischproduktion sei jedoch kurzfristig nicht möglich, erklärt der Landesrat. Die entsprechenden Förderprogramme würden noch bis Ende 2013 laufen und bis dahin „besteht keine Umstiegsmöglichkeit auf die Bio-Maßnahme“. Schwärzlers Ziel sei aber nach wie vor, die Zahl der Bio-Betriebe in Vorarlberg „in den nächsten Jahren zu verdoppeln“.

“In hundert Jahren nicht”

Die Antwort Schwärzlers ist für Rauch unverständlich: „Bei der Umstellungauf biologischen Anbau ist die Landesregierung mit angezogener Handbremse unterwegs. In diesem Tempo wird Vorarlberg in hundert Jahren noch kein Bioland sein.“ SPÖ-Chef Michael Ritsch hat derweil einen Antrag gestellt, Landesrat Erich Schwärzler den Bereich Tierschutz zu entziehen. „Die Vorfälle in der Vorarlberger Schweinezucht haben sehr deutlich gemacht, welche Interessenkonflikte zwischen Landwirtschaft und Tierschutz aufbrechen können.“ Schwärzler habe gezeigt, dass er in erster Linie die Interessen der Landwirtschaft vertrete. Schwärzler sieht das nicht so: „Ich sehe hier keine Interessenkonflikte. Die Tierschutzgesetze sind einzuhalten und umzusetzen.“ Der Agrarlandesrat wird demnach auch Tierschutzlandesrat bleiben.

Vorarlberger Schweinehalter

Die Anzahl der Schweine und Schweinehalter ist in Vorarlberg stark rückläufig. Gründe dafür sind u. a. die Preisentwicklung, aber auch die EU-Hygieneverordnung. Seit 2002 ist es verboten, Speisereste an Schweine zu verfüttern.

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