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Umdenken in Agrarpolitik muss stattfinden

Auch Wolfgang Markowitz beteiligt sich an der aktuellen Diskussion zur geplanten Kuttelsiederei.
Auch Wolfgang Markowitz beteiligt sich an der aktuellen Diskussion zur geplanten Kuttelsiederei. ©cth
Lustenau. Wolfgang Markowitz meldet sich im Bürgerforum zur aktuellen Diskussion um die „Kuttelsiederei“ in Lustenau: „Es ist  sinnlos, dass bei diesem Projekt der Schwerpunkt der Diskussion nur darin besteht aus welcher Richtung es am meisten stinkt.
Umdenken in Agrarpolitik muss stattfinden

Ich finde, dass bei der geplanten Kuttelsiedanlage andere Punkte berücksichtigt werden sollten. In einem Punkt sind wir uns sicher einig – nach dem AKW Unfall in Japan sollte Ökostrom weiter gefördert werden. Die Einspeistarife für Biogasanlagen sind sehr hoch. Anstatt weiterhin unzählige Millionen in die Förderung von Biogasanlagen zu stecken, sollten rohstoffunabhängige Energiegewinnungsformen wie Wind, Wasser und Sonne weiter forciert werden“, so Markowitz. „Die hohen Einspeistarife speziell im Bereich Biogas führen zu einer massiven Überförderung und werden direkt von den Konsumenten einkassiert. Das Geld sollte vielmehr in den Ausbau von nachhaltigen und effektiven Ökostromanlagen investiert werden. Die größte Menge an Biogas kann demnach aus dem Teig- und Bäckereiindustrieabfall erzeugt werden. Ein weiterer, sehr ergiebiger Rohstoff sind Altöle und Fette. Weitere Rohstoffe sind Altbrot, Melasse, pflanzliche Fette, Hühnerdreck, Küchenabfall, Wachsabfall, Grassilage, etc. Ist das nicht beschämend, wenn aus Lebensmitteln Energie gewonnen werden muss?“, fragt er sich. Weiters ist zu erwähnen, dass in solchen Biogasanlagen auch große Mengen brennbarer Gase erzeugt und verarbeitet werden. Bei falscher Bedienung, Konstruktionsfehlern, Materialschäden, und bei schlampiger Wartung besteht die Möglichkeit einer Verpuffung oder Explosion. Folgenschwer können dadurch auch Umweltschäden sein. Zuführung proteinreicher Substrate (Schlachtabfälle) führen zu hohen Anteilen des hochgiftigen Schwefelwasserstoffes im Biogas. Außerdem muss verhindert werden, dass Gülle von Tieren, die mit Antibiotika behandelt werden in zu hoher Konzentration in die Faulbehälter gelangen. Zu viele Tiere werden auf engstem Raum unter Bedingungen gehalten, die weder ihrer Art noch ihrer natürlichen Lebensweise entsprechen. Die Tiere werden sehr leicht krank und aufgrund der großen Dichte, in der sie gehalten werden, stecken sie sich auch sehr leicht gegenseitig an. Große Mengen von Antibiotika werden verabreicht und bewirken, dass sich die Keime den Medikamenten anpassen und resistent werden. Um eine optimale Nutzung des produzierten Biogases zu erreichen, sollen die Anlagen miteinander vernetzt und zentral überwacht werden. Ist dies in Lustenau auch gewährleistet?“, Markowitz weiter. „Sollte sich dann schlussendlich herausstellen, dass das Verwerten von Schlachtabfällen, Mist und Jauche zu weniger Ertrag führt als die Vergärung von Mais- und Grassilage wird auf unseren Felder der Mais für die Gewinnung von Biogas angebaut. Nur noch wenige Landwirte kümmern sich um einen gesunden Wasserablauf auf unseren Wiesen. Jeder kleine noch vorhandene natürliche Wassergraben wird von diesen überdimensionalen Gerätschaften im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode gefahren“, Markowitz abschließend.

 

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