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Ukraine: "Tote und Verletzte" bei Kämpfen im Osten

Pro-russische Milizen haben Polizeistationen gestürmt und die Waffenkammern geleert.
Pro-russische Milizen haben Polizeistationen gestürmt und die Waffenkammern geleert. ©EPA
Bei einem Einsatz der ukrainischen Polizei gegen pro-russische Separatisten in der östlichen Stadt Slawjansk hat es nach Angaben des Innenministeriums am Sonntag "Tote und Verletzte auf beiden Seiten" gegeben.

Ein Geheimdienstagent sei getötet und fünf weitere Menschen seien verletzt worden. Bei den “Separatisten” habe es eine unbekannte Zahl an Opfern gegeben, schrieb Innenminister Arsen Awakow auf seiner Facebook-Seite. Er hatte zuvor einen “Anti-Terror-Einsatz” angeordnet, nachdem am Vortag bewaffnete pro-russische Gruppen in Slawjansk Gebäude von Polizei und Geheimdienst besetzt hatten.

“Anti-Terror-Einsatz” eskaliert

Awakow warf der Gegenseite vor, “menschliche Schutzschilde” einzusetzen. Zuvor hatte der Minister den Einwohnern der Stadt geraten, ihre Häuser nicht zu verlassen und sich von Fenstern fernzuhalten. Er warf den Bewaffneten vor, auf die Spezialkräfte zu feuern, “um zu töten”.

Barrikaden der nun bestens bewaffneten Aufständischen in Slawjansk. (Bild: EPA)
Barrikaden der nun bestens bewaffneten Aufständischen in Slawjansk. (Bild: EPA) ©Barrikaden der nun bestens bewaffneten Aufständischen in Slawjansk. (Bild: EPA)

Die Aktivisten in Kampfanzügen hätten ohne Vorwarnung das Feuer auf die Spezialeinheiten eröffnet. Augenzeugen sprachen von einer gespannten Lage. Zu den Schüssen war es der Agentur Itar-Tass zufolge möglicherweise an Kontrollposten gekommen, welche die Separatisten errichtet hatten. Militärhubschrauber kreisten über der Stadt mit etwa 100.000 Einwohnern, hieß es.

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“In Slawjansk hat ein Anti-Terror-Einsatz begonnen. Es wurden Kräfte aus allen Landesteilen herangezogen. Möge Gott mit uns sein”, schrieb Awakow im Online-Netzwerk Facebook.

Russland warnt vor weiterer Eskalation

Der Minister der pro-westlichen Regierung in Kiew wirft Russland eine Aggression in der russisch geprägten Region vor. Der russische Außenminister Sergej Lawrow weist dies zurück, die schwere Krise sei von der “unfähigen” Regierung in Kiew hervorgerufen worden. Er hatte gewarnt, ein gewaltsames Eingreifen der Regierung in Kiew gefährde ein für Donnerstag in Genf geplantes Treffen von russischen, ukrainischen, US- und EU-Vertretern.

Milizen stürmen Polizeistationen

Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums hatten am Samstagabend rund 20 Angreifer in Kampfanzügen unter “Russland! Russland!”-Rufen die Kontrolle über das Polizeikommissariat und den Sitz des Geheimdienstes SBU von Slawjansk übernommen. Demnach war Ziel des Angriffs die Erbeutung von 20 Maschinengewehren und 400 Makarow-Gewehren in der Polizeiwache, um damit Mitstreiter zu bewaffnen.
 

Spaltet sich die Ost-Ukraine ab?

Die 100.000-Einwohner-Stadt Slawjansk liegt rund 60 Kilometer von der Großstadt Donezk entfernt. Auch dort stürmten pro-russische Gruppen das Hauptquartier der Polizei. In den Städten Kramatorsk und Krasnyi Lyman gab es nach Attacken “bewaffneter Kämpfer” auf Verwaltungsgebäude Schusswechsel mit den Sicherheitskräften.

Offiziere der aufgelösten
Offiziere der aufgelösten "Berkut" marschieren vor einem besetzten Polizeiposten auf. ©Offiziere der aufgelösten “Berkut” marschieren vor einem besetzten Polizeiposten auf. (Bild: AP)

Seit Wochen fordern prorussische Gruppen eine Angliederung des Gebiets an Russland nach dem Vorbild der von Moskau annektierten Halbinsel Krim oder zumindest ein Referendum über mehr Autonomie der Region. Eine föderalistische Ukraine lehnt die Übergangsregierung in Kiew aber ab – sie fürchtet ein Auseinanderbrechen des Landes.

Profis am Werk – Uniformen ohne Abzeichen

Die Präsenz uniformierter, bewaffneter und offenkundig gut organisierter Gruppen schürt den Verdacht, dass es sich wie bereits auf der Krim um russische Militärangehörige handelt. Die massive russische Truppenpräsenz an der Ostgrenze der Ukraine schürt zudem die Sorge vor einer Intervention.

Nato wirft Russland Propaganda-Krieg vor

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Moskau einen Propaganda-Krieg vorgeworfen. Das habe es seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr gegeben, schrieb Rasmussen nach Angaben der Militärallianz am Sonntag in der dänischen Zeitung “Politiken”.

“Die russische Propaganda gegen die NATO und den Westen ist nichts anderes als ein Rauchschleier, um eigene illegale Aktionen zu verstecken”, so Rasmussen. Der Westen betrachtet die Annexion der Krim durch Russland als völkerrechtswidrig. Rasmussen schrieb, es sei nicht wahr, dass sich die Allianz in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einmische, indem sie das Land zu einer Mitgliedschaft im Bündnis dränge. (red/APA/dpa)

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