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Ukraine-Kriegsverbrechen: Benjamin F. wieder auf freiem Fuß

Die Enthaftung von Benjamin F. wurde angeordnet.
Die Enthaftung von Benjamin F. wurde angeordnet. ©APA/VOL.AT
Der wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine festgenommene Vorarlberger Benjamin F. ist seit Mittwochabend auf freiem Fuß. Das teilte F.s Verteidiger, der einstweilen anonym bleiben will, am Donnerstag der APA mit.
Benjamin F. bestreitet Vorwürfe
Festgenommener ist Vorarlberger
Benjamin F. soll überstellt werden

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt habe auf einen Untersuchungshaftantrag verzichtet. Ein Richter habe noch am Mittwoch die Enthaftung angeordnet, sagte er.

Seit Mittwochabend auf freiem Fuß

“Die Staatsanwaltschaft hat gestern den U-Haftantrag zurückgezogen und der Journalrichter die Enthaftung angeordnet. Mein Mandant ist seit Mittwochabend auf freiem Fuß”, erklärte der Verteidiger. Grund für diese Entscheidung der Anklagebehörde sei, dass der Vorarlberger bei seiner Vernehmung Anfang der Woche gegen ihn erhobene Vorwürfe habe “entkräften können”, ergänzte der Jurist.

Es bestehe kein dringender Tatverdacht gegen Benjamin F, teilte die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt auf Anfrage zur Enthaftung des 25-jährigen Österreichers mit. F. habe bei seiner Einvernahme den Vorwurf, in der Ostukraine Kriegsverbrechen begangen zu haben, zurückgewiesen. “Die Ermittlungen gehen weiter”, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Erich Habitzl.

Dem 25-Jährigen werden Kriegsverbrechen gegen Personen (§ 321b StGB) angelastet. Laut dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft soll F. verletzte oder gefangene Kämpfer bzw. Zivilisten in der Ukraine getötet haben, er bestreitet das. Die Angaben des Mannes waren laut Habitzl “nachvollziehbar”, aufgrund der derzeitigen Beweislage sei kein dringender Tatverdacht festzustellen, der für eine U-Haft nötig ist. F. wurde Mittwochabend enthaftet. Es sei schwierig, aus dem Kriegsgebiet in der Ostukraine Informationen zu bekommen, meinte Habitzl zu den laufenden Ermittlungen.

Ben. F. bestreitet Vorwürfe

Am Montag war F. schließlich aus Lublin nach Wiener Neustadt überstellt worden und hatte nach Angaben von seinem Verteidiger und eines Sprechers der Staatsanwaltschaft in einer Vernehmung am Dienstag Vorwürfe zurückgewiesen, im Frühjahr 2016 in der Ukraine gegnerische Soldaten, die sich bereits ergeben hatte, getötet zu haben.

Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums war der 25-jährige Österreicher seit dem 17. Mai 2016 Angehöriger der 59. Brigade der regulären ukrainischen Streitkräfte und hat sich am 15. Dezember 2016 unerlaubt von seiner Einheit entfernt. Medienberichte, wonach F. auch in Verbänden des “Prawyj Sektor” (“Rechter Sektor”) gekämpft habe, wurden von dieser rechtsextremen Organisation gegenüber der APA dementiert.

(APA)

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